Chemieindustrie packt Demografischen Wandel an

Es ist eines der ganz großen Themen. Peter Hausmann, Vorstand-Mitglied der IG BCE, vergleicht die Bedeutung des demografischen Wandels sogar mit der Globalisierung und dem Klimawandel. Die Überalterung der Bevölkerung zählt daher nicht nur in Deutschland zu den größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Der demografische Wandel betrifft die Zukunft staatlicher Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik ebenso wie die Personalpolitik in den Unternehmen.

An umfangreiche Studien und Analysen seiner Folgen für die Beschäftigungs- und Personalpolitik in Betrieben herrscht kein Mangel. Was fehlt sind Praxisbeispiele. Aber es gibt sie, vor allem in der Chemischen Industrie. Wie Unternehmen ihre Personalpolitik demografiefest gestalten, zeigt unser Video.

 

Die CSSA unterstützt die Unternehmen der Chemie bei der betriebspraktischen Gestaltung einer demografiefesten Personalarbeit. Ihre Aufgabengebiete sind:

  • Bewusstsein für die Notwendigkeit demografiebedingter Veränderungsprozesse bei den Unternehmen und Beschäftigten fördern.
  • Informationen anbieten zu Konzepten und Instrumenten für alternde Belegschaften und zur Begegnung eines zukünftigen Fachkräftemangels.
  • Instrumente zur Gestaltung einer demografiebewussten Personalpolitik entwickeln und erproben.
  • Unterstützung bei der betrieblichen Umsetzung von Konzepten zur Bewältigung des demografischen Wandelns.

Der Demografie-Tarifvertrag der Chemiesozialpartner

Die Tarifvertragsparteien in der chemischen Industrie haben die Demografie-Problematik als die wesentliche Herausforderung für die Personalpolitik der Branche erkannt und in ihrem in 2008 abgeschlossenen Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ aufgegriffen. Zur Förderung einer nachhaltigen und vorausschauenden Personalpolitik in den Unternehmen der chemischen Industrie sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden für die Bedürfnisse der Unternehmen nach veränderten Personalstrukturen sowie die Interessen der Beschäftigten nach alterns- und leistungsgerechten Arbeitsbedingungen. Hierzu sind u.a. vorgesehen:

  • eine betriebliche Demografieanalyse im Unternehmen (Alters- und Qualifikationsstruktur)
  • Maßnahmen zur alters- und gesundheitsgerechten Gestaltung des Arbeitsprozesses mit dem Ziel der Verbesserung der Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit
  • Maßnahmen zur Qualifizierung während des gesamten Arbeitslebens

Fakten

„Im Jahr 2020 wird der besonders stark besetzte Jahrgang der 1964 Geborenen 56 Jahre alt sein und damit der Gruppe der älteren Arbeitnehmer auf jeden Fall angehören.“

„In Deutschland insgesamt werden wir im Jahr 2025 um gut 30 Prozent mehr Personen in dieser kritischen Altersgruppe (älter als 50) haben als im Jahr 2002.“ (Ernst Kistler, Inifes)

Jens Friebe, Bildung bis ins hohe Alter?

Ernst Kistler, Die demographische Herausforderung – Mythen und Fakten

 

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