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23.01.2017 13:22 Alter: 329 days

Chemie³: Messbar nachhaltiger

Das Ziel ist ehrgeizig und einzigartig zugleich: Der Fortschritt nachhaltiger Entwicklung in seinen drei Dimensionen – Ökologie, Ökonomie und Soziales – soll messbar werden. Dafür hat die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ in einem drei Jahre währenden Dialogprozess 40 Indikatoren erarbeitet.



 

 

 

Das Ziel ist ehrgeizig und einzigartig zugleich: Der Fortschritt nachhaltiger Entwicklung in seinen drei Dimensionen – Ökologie, Ökonomie und Soziales – soll messbar werden. Dafür hat die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ in einem drei Jahre währenden Dialogprozess 40 Indikatoren erarbeitet.

Vorreiter, Pionier, Vorzeigeindustrie – solche Begriffe fielen, als das Nachhaltigkeitsbündnis in Berlin die Ergebnisse ihres vor drei Jahren angestoßenen Dialogprozesses vor mehr als 200 Akteuren aus Industrie, Ministerien, Wirtschafts- und Umweltverbänden vorstellte. Im Mai 2013 hatten der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) die Initiative Chemie³ ins Leben gerufen. Das ambitionierte Ziel des Chemie-Trios: Die ökomische, ökologische, soziale und somit die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit zu verknüpfen – und Kriterien zu bestimmen, um Fortschritte der Branche in Sachen Nachhaltigkeit mess- und damit überprüfbar zu machen.

Chemie-Trio setzt sich ambitioniertes Ziel

Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit gehen vielen Unternehmen leicht über die Lippen. Was die Initiative tatsächlich einzigartig macht: Erstmals will eine Branche dokumentieren und öffentlich zur Diskussion stellen, welche Fortschritte sie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit macht, zunächst für die Zeit von 2013 bis 2017. Sie geht damit auch das Risiko ein, gehörige Kritik zu ernten, sollten Fortschritte nur gering oder ganz ausfallen. „Keine andere Branche stellt sich hier so transparent auf wie die Chemie“, betonte Margret Suckale, Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC).

Pionier in sozialer Nachhaltigkeit 

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sich die Allianzpartner auf 17 Indikatoren verständigten, die den sozialen Fortschritt erfassen. Dazu gehören Indikatoren wie die Tarifbindung, Ausbildungsplätze, die Übernahme von Auszubildenden, Investitionen in Weiterbildung und eben zum Stand der Sozialpartnerschaft. Sie hat in der Chemiebranche ohnehin eine lange Tradition und ein festes Fundament. Mit den Indikatoren für soziale Nachhaltigkeit sieht sich die Chemiebranche zu Recht als Pionier in der deutschen Industrie. Sie waren besonders der IG BCE wichtig. „Wir wissen, dass man ökonomischen, sozialen und ökologischen Fortschritt nicht gegeneinander, sondern nur zusammen erreichen kann“, sagte ihr Vorsitzender Michael Vassiliadis.

Indikatoren sollen Chemiebranche antreiben 

Wie es um die ökonomische Nachhaltigkeit bestellt ist, messen klassische Indikatoren wie die Bruttowertschöpfung, der Weltmarktanteil oder die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Wie die Chemiebranche bei der ökologischen Nachhaltigkeit abschneidet, sollen Indikatoren wie etwa die Menge der Treibhausgasemissionen oder der Rohstoffeinsatz verdeutlichen.
Die 40 Indikatoren sollen jedoch nicht nur eine Bestandsaufnahme sein. Die Chemiebranche will sie auch „als Treiber nutzen, um zu zeigen, wo die Branche bereits gut ist und wo sie besser werden kann“, betonte Dr. Kurt Bock, Präsident des VCI. Hier wird das Trio noch viel Überzeugungsarbeit in den eigenen Reihen leisten müssen, besonders bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie kann niemand zwingen, die Daten für die Fortschrittsindikatoren zu erheben. Aber, die Allianz hat gute Argumente parat: Nachhaltigkeit ist vor allem ein Wettbewerbs- und kein Kostenfaktor.  

Mehr über die Initiative Chemie³: www.chemiehoch3.de

Ausführlicher Bericht über die Präsentation der Indikatoren in Berlin:
www.cssa-wiesbaden.de

Eine Übersicht über alle 40 Indikatoren und wie sie sich zu den 12 Leitlinien der Chemiebranche verhalten: bit.ly/40Indikatoren


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