Wegweiser in die Heimat

Katja Wunderlich hat ihr halbes Leben im Ausland verbracht – buchstäblich. Sie hat in Tunis Psychologie studiert, Arabisch und Französisch gelernt, ist nach dem Studium in die Personalarbeit eingestiegen und zuletzt für den Pharmahersteller Merck Personalverantwortliche für den nordwestafrikanischen Raum gewesen. Im Jahr 2013, da war sie 40 Jahre alt, kehrte sie für einige Zeit zurück zu Merck in Darmstadt.

Sie fand schnell Anschluss. Dabei half die International Community (IC) bei Merck, eine Gemeinschaft von Menschen aus aller Herren Länder. Menschen aus 60 bis 70 Nationen arbeiten bei Merck in Deutschland. Es sind Chinesinnen und Chinesen, Italiener, Türken, Amerikaner, Peruaner – und Deutsche, wie Katja Wunderlich und Christian Burgemeister, einer der Initiatoren der Gemeinschaft. Heute gehören etwa 310 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der weltoffenen Gruppe an. Begonnen hat alles vor drei Jahren mit dem privat organisierten Abendessen einer französischen Kollegin. Sie lud zum Austausch unter Kolleginnen und Kollegen, elf Teilnehmer folgten der Einladung. Inzwischen gibt es ein sechsköpfiges Organisationsteam, das alle Hände voll zu tun hat.

Es gibt auch Patenschaften

Auf dem Programm stehen mal eine Wanderung im Weinanbaugebiet Rheingau, ein Salsa-Kurs, den ein peruanischer Kollege anbot oder Grillen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – und ihren Familien. „Das ist wichtig“, sagt Christian Burgemeister, „weil die Partner, die nicht arbeiten, meist wenig Kontakte in Deutschland haben.“ Die IC hilft den Kolleginnen und Kollegen bei Behördengängen, veröffentlicht eine Liste Spanisch sprechender Ärzte und stellt ein Starterkit für Neuankömmlinge zusammen. Und es gibt Patenschaften – das Buddy-Konzept: Ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen, wenn sie es möchten, einen Ansprechpartner, der mit dem Heimatort Darmstadt oder Gernsheim vertraut ist. In gewisser Hinsicht ist die internationale Community alles zugleich: informelle Austauschplattform, Fachgremium, Eventveranstalter, Ratgeber und Wegweiser durchs Behördendickicht – und Webmaster.

Forum auch im Intranet

Denn auch im Intranet von Merck hat die IC ein Forum eingerichtet, wo sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurzerhand verbinden und verabreden können, ob zum Fußballgucken oder zu fachlichen Themen. Die internationale Gemeinschaft baut auf das ehrenamtliche Engagement der Beteiligten. An Unterstützung seitens der Firmenleitung fehlt es nicht. Diversity und Interkulturalität sind bei Merck wichtige Themen. Seit dem Jahr 2011 gibt es eine Diversity-Beauftragte, die direkt an den Vorstand des Pharma-Unternehmens berichtet. 10 Prozent der insgesamt 10.000 Beschäftigten an den beiden deutschen Merck-Standorten in Darmstadt und Gernsheim haben einen internationalen Hintergrund. Der Nutzen der internationalen Community für das Unternehmen steht für Katja Wunderlich und Christian Burgemeister außer Frage: „Wer sich auch außerhalb von Merck zu Hause fühlt“, sagt Katja Wunderlich, „macht auch eine gute Arbeit und bindet sich ans Unternehmen.“

Das Unternehmen Merck:

Merck ist ein führendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Chemie. Das Unternehmen, gegründet 1668, ist bis heute mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilie. Merck beschäftigt rund 38.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 66 Ländern.

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