Chemieformel für den demografischen Wandel

Die Belegschaften werden älter. Die Tarifpartner, der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Bergbau (IG BCE), haben darauf beizeiten reagiert. Der Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ aus dem Jahre 2008 ist die Grundlage, um die Auswirkungen des demografischen Wandels aktiv zu gestalten.

„Der demografische Wandel in Deutschland wird in den kommenden Jahren als neue Einflussgröße auf den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen und die Beschäftigungssituation der Arbeitnehmer Auswirkungen haben“, heißt es in der Präambel des Tarifvertrags. Im Kern geht es um die Beantwortung der Frage: Wie müssten die Bedingungen der Arbeit beschaffen sein, damit die Menschen länger arbeiten können? Oder: Wie können die Beschäftigten ihre Potenziale besser und nachhaltiger nutzen? Für „eine nachhaltige und vorausschauende Personalpolitik in den Unternehmen der chemischen Industrie“ führt der Tarifvertrag daher vier Elemente an, die als „Chemieformel für den demografischen Wandel“ bekannt geworden sind.

  • Demografie-Analysen (Alters- und Qualifikationsstrukturen)
  • Maßnahmen zur alters- und gesundheitsgerechten Gestaltung des Arbeitsprozesses, um so die Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu verbessern
  • Schritte zur Qualifizierung während des gesamten Arbeitslebens
  • Maßnahmen der (Eigen-)Vorsorge und Nutzung verschiedener Instrumente für gleitende Übergänge zwischen Bildungs-, Arbeits- und Ruhestandsphase.

Demografie-Fonds

Ein zentrales Element des Demografie-Tarifvertrags sind Demografie-Fonds: Pro Jahr und Tarifbeschäftigten bezahlen die die Arbeitgeber seit Januar 2010 einen Demografie-Betrag in Höhe von 300 Euro in einen betrieblichen Demografie-Fonds ein. Die Mittel konnten u.a. auf Langzeitkonten angespart werden. Jetzt werden die Arbeitgeber diesen Fonds in den Jahren 2013, 2014 und 2015 aufstocken, und zwar um 200 Euro pro Jahr und Tarifbeschäftigten. Diese Mittel können ausschließlich für eine lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung eingesetzt werden.

Lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung

Das Beispiel des Demografie-Tarifvertrags hat Schule gemacht. Am 2. November 2011 unterzeichneten der Arbeitgeberverband Nordostchemie e. V. und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie den „Tarifvertrag lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung“. Er gilt für die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Berlin (Ost) und ist am 1. Januar 2013 in Kraft getreten.

Mehr Informationen zum Demografie-Tarifvertrag in der Chemie-Industrie: Chemie_Tarifverhandlung: Der kurze Text beschreibt kompakt und übersichtlich, was die Chemie-Tarifpartner gegen den drohenden Facharbeitermangel unternehmen.

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