Neue Wege in den Ruhestand

Bis zum Jahr 2010 konnten Arbeitenehmerinnen und Arbeitnehmer nach Erreichen des 55. Lebensjahrs vergleichsweise leicht aus dem Erwerbsleben aussteigen. Diese Möglichkeit hat die Politik inzwischen stark begrenzt.

Früher in Rente gehen? Das war einmal. Ziel der Politik ist seit einigen Jahren die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Doch wie haben Unternehmen und Betriebsräte auf diese politische Entwicklung reagiert? Mit dieser Frage hat sich ein Team um die Duisburger Wissenschaftlerin Ute Klammer in einem mehrjährigen empirischen Forschungsprojekt beschäftigt.

Der Kern der von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierten Studie besteht in einer akribischen Untersuchung (Fallstudien, umfangreiche qualitative Befragungen) dieses „Übergangs-Managements“ in sechs wichtigen Branchen. Die Entwicklung in der chemischen Industrie wird ebenfalls ausführlich untersucht. Sie sehen die Wissenschaftler im Vergleich wie folgt positioniert: „Die chemische Industrie kann auf eine lange Tradition der tariflichen und betrieblichen Gestaltung des Erwerbsausstiegs zurückblicken.“ Wenig überraschend sei daher, dass „sie die Branche mit der aktuell umfassendsten Tariflandschaft zum Rentenübergang, aber auch zur alter(n)sgerechten Arbeitsgestaltung“ ist.

Ferner betont das Wissenschaftler-Team: „Eine zentrale Ressource für die Gestaltung des Rentenübergangs stellt schließlich das ausgeprägt sozialpartnerschaftliche Verhältnis der Tarifparteien dar.“ Diese Tradition spiegele sich auch in diesem Themenfeld des demografischen Wandels wieder: So stimmten der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in Analyse wie konkretem Handeln weitgehend überein.

Die wichtigsten Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes sind in der folgenden knapp  100seitigen Broschüre zusammengefasst: download. Sie gibt es auch als Druckexemplar bei der Hans-Böckler-Stiftung:

Norbert Fröhler, 2014: Neue Wege in den Ruhestand? Zur tariflichen und betrieblichen Regulierung des vorzeitigen Erwerbsausstiegs, Düsseldorf

Zur Übersicht

preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader