Aktive Sozialpartnerschaft in der chemischen Industrie

Vor allem die Sozialpartner der Chemischen Industrie haben bereits vor Jahren Pflöcke eingerammt und im Jahr 2008 den Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ vereinbart. Er sah unter anderem vor, dass die Chemie-Unternehmen eine verbindliche Demografie-Analyse erstellen. Auf dieser Basis sollten in den Unternehmen jeweils maßgeschneiderte Konzepte für eine vorausschauende Personal- und Beschäftigungspolitik entstehen.

Im Mai 2012 wurde ein Tarifvertrag beschlossen, der Entlastungen für ältere Arbeitnehmer vorsieht. Das entscheidende Instrument: Demografie-Korridore. Das heißt: Die Arbeitszeiten sollen sich auch an den Lebenslagen der Beschäftigen ausrichten. Konkret: Arbeitnehmer, die älter als 60 Jahre alt sind, arbeiten nur noch vier Tage je Woche. Kinderlose Arbeitnehmer können länger arbeiten, um dann, wenn sie Kinder haben, bei vollem Lohnausgleich ihre wöchentliche Arbeitszeit auf 35 Stunden abzusenken.

Seit 2003 gibt es auch einen Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“, der seitdem mehrfach verlängert und ausgebaut wurde. Der Vertrag läuft in diesem Jahr (2013) aus. Insgesamt befinden sich über 26.000 junge Menschen in der Ausbildung zu einem der über 50 naturwissenschaftlichen, technischen oder kaufmännischen Berufe in der chemischen Industrie. Von den etwa 1.900 Chemie-Unternehmen, die im Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) organisiert sind, bilden mehr als 60 Prozent selbst oder im Verbund mit anderen Unternehmen aus.

Der BAVC rechnet vom Jahr 2015 an mit sinkenden Zahlen bei den Schulabgängern. Mit dem Programm „Start in den Beruf“, das bereits im Jahr 2000 vereinbart wurde, soll auf den Befund vieler Unternehmen reagiert werden, dass mehr Jugendliche als früher Probleme haben, eine Ausbildung zu beginnen oder gar erfolgreich zu absolvieren. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen werden mit dem Programm „StartPlus“ bei der pädagogischen Betreuung von Jugendlichen unterstützt.

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