Herausforderung Alter

Prognosen sagen, diese Altersgruppe werde in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten auf etwa 24 Millionen steigen. Zeitgleich soll dagegen der Anteil der unter 20jährigen von etwas über 18 Prozent (2011) auf unter 16 Prozent (2060) sinken; in Folge soll auch die Einwohnerzahl von derzeit knapp 82 Millionen auf etwa 70 Millionen (2060) zurückgehen.Mit der Bevölkerung werden zwangsläufig auch die Belegschaften älter: So lag das Durchschnittsalter aller Beschäftigten im Jahr 2000 noch bei etwas über 40, heute bereits bei deutlich über 42 Jahren. Prognosen sagen, in etwa 20 Jahren werde die Hälfte aller Beschäftigten 50 Jahre alt und älter sein.

Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenziffern

Deutschland zählt weltweit zu den am schnellsten alternden Gesellschaften auf der Welt. Da zugleich die Geburtenquote nicht gravierend steigt – Deutschland verzeichnet mit 8,1 Geburten je 1000 Einwohner eine der niedrigsten Geburtenziffer im Weltvergleich -, könnte es sein, dass sich die Statik unserer Gesellschaft gravierend verschiebt; abhängig natürlich auch vom Umfang an Zuwanderung und weiteren Faktoren. Niedrige Geburtenraten gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in den ost- und südeuropäischen Ländern. Frankreich und die nordeuropäischen Länder verzeichnen dagegen die höchsten Raten.

In den Gesellschaften, in denen nach und nach prozentual mehr und mehr alte und weniger junge Menschen leben, stellen sich neue Fragen, entstehen neue Herausforderungen:

  • Können weniger junge Menschen die Altersversorgung vieler Alten tragen?
  • Gibt es noch genügend produktive Arbeitskräfte für die Wirtschaft oder droht ein Facharbeitermangel, der die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bedroht?
  • Und im Umkehrschluss: Wird Arbeitslosigkeit bald ein Fremdwort sein, da Jeder und Jede sich künftig einen Arbeitsplatz aussuchen kann?
  • Wie verändert sich dadurch das Klima in der Gesellschaft: Etwa hin zu Stagnation und weg von Innovation und Erfindergeist?

Streit über die richtigen Antworten

Es ist selbstverständlich in einer demokratischen Gesellschaft, dass im Zweifel fast jeder Experte und jeder Interessenverband eine andere Antwort auf diese Fragen gibt. Einigkeit besteht oft nur in der Feststellung, es müsse etwas getan werden. So befürchten Wirtschafts- und Industrieverbände, die Unternehmen seien bald flächendeckend mit einem erheblichen Facharbeitermangel konfrontiert. Gewerkschaften kontern, wer die Ausbildungsquote erhöhe, arbeitslose Facharbeiter und Ingenieure wieder neu schule und einstelle, die Fachhochschul- und Universitätsausbildung verbessere und so die gerade in technischen Studiengängen hohe Abbrecherquote verringere, der müsse sich nicht sorgen. So schließen 21 Prozent aller Studenten ihr Studium nicht ab, vor allem diejenigen, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik studieren; in Mathematik steigen die Abbrecher-Quoten auf bis zu 50 Prozent. Das sind Zahlen, die im Großen und Ganzen für die früheren Diplom-Studiengänge ebenso galten wie heute für das Bachelor-Studium.

Die Produktivität der nachwachsenden Generationen steigt

Noch ein Beispiel: So sagen die einen, weniger Junge können nie und nimmer die Lasten der Altersversorgung der vielen Alten tragen. Immerhin müssen regelmäßig fast 50 Prozent der gesamten Ausgaben für soziale Sicherheit – im Jahr 2009 waren dies knapp 470 Milliarden Euro – für das Alter (Renten, Beamtenpensionen) aufgebracht werden; da es mehr Rentner gibt, die zudem länger leben, müssten die Ausgaben eigentlich noch stärker steigen als um die etwa 23 Prozent zwischen den Jahren 2000 und 2009. Bislang wird das dadurch verhindert, das man die Leistungen kürzt. Die anderen weisen darauf hin, dass nicht die Zahl der Jungen entscheidend sei, sondern deren Produktivität; und die steige ständig – und erheblich. 

Siehe hierzu auch in unserem Glossar die Stichwörter:

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