Digitale Wirtschaft

Ingo Kramer brachte den Begriff der Flexibilisierung ins Spiel. Sie komme den Wünschen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern entgegen. Reiner Hoffmann bestreitet das nicht, er fordert aber, den Begriff von Flexibilität in Teilen neu zu definieren. Folgende Aspekte müssten mit aufgenommen werden: „lernförderliche Arbeitsorganisation“, „Arbeit in Netzwerken“, „mehr Selbstorganisation“ und eine „Innovationsstrategie: besser statt billiger“. Auf jeden Fall, so Hoffmann, müsse ein „digitales Prekariat“ verhindert werden.

Kein „digitales Prekariat“

Damit reagierte Hoffmann auf die verbreitete Furcht, im Zuge der digitalen Automatisierung ersetzen Roboter Menschen. So einfach sei die Gleichung „Digitalisierung = Automatisierung = Arbeitsplatzabbau“ jedoch nicht, wie Professorin Sabine Pfeiffer aus Hohenheim betonte. Roboter können sich beispielsweise nicht selbst überwachen. Ihre Botschaft: Mehr Technik heiße mehr Komplexität, was die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass unerwartete Ereignisse eintreten. Und diese erforderten wiederum das Eingreifen von Menschen.

Promotoren des Übergangs

Nachhaltig verändern werden sich auch Führung und Führungsverhalten, wie Andreas Boes, Wissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) in München, sagte. Führungskräfte, so Boes, müssen in Unternehmen zu Promotoren des Übergangs in die digitalisierte Arbeitswelt werden. Und: Führung werde angesichts wachsender Komplexität zu einer Teamaufgabe.

Industrie 4.0

Nach der Automatisierung steht nun die digitale Vernetzung der Wirtschaft im Vordergrund. Dabei geht es die intelligente Steuerung von digitalisierten Produktions- und Logistikprozessen, um die vollständig vernetzte Fertigung vom Einkauf bis zum Vertrieb, miteinander kommunizierende Fabriken, intelligent aufeinander reagierende Produktionsprozesse sowie um die Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten. Das ist die Vision, die hinter dem Namen Industrie 4.0 steckt. Einen guten Überblick über die Debatte geben die folgenden Dokumente und Bücher:

BDI, Zukunft durch Industrie, April 2015

BMAS, Grünbuch „Arbeiten 4.0“, April 2015

BMWi, Plattform Industrie 4.0, März 2015

Roland-Berger-Studie für den BDI: „Die digitale Transformation der Industrie“, Februar 2015

Reiner Hoffmann/Claudia Bogedan (Hrsg.), Arbeit der Zukunft. Möglichkeiten nutzen

– Grenzen setzen, Frankfurt/M., Campus Verlag 2015

Hans-Böckler-Stiftung: Innovations- und Effizienzsprünge in der chemischen Industrie? Juli 2014

Hirsch-Kreinsen, Ittermann, Niehaus, Digitalisierung industrieller

preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader