Maßstäbe für verantwortliches Handeln

Das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik.

Die Soziale Marktwirtschaft ist das Markenzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist für unsere Gesellschaft von konstitutiver Bedeutung. Ihr liegt die Überzeugung zugrunde, dass wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Ausgleich zusammengehören und einander bedingen. Doch in den vergangenen Jahren ist die Zustimmung zu dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung rapide gesunken. „Mitte der 90er-Jahre hatte noch die Mehrheit der Bevölkerung von dem deutschen Wirtschaftssystem eine gute Meinung, nur knapp jeder Fünfte eine schlechte Meinung. Heute überwiegt eine negative Bewertung des deutschen Wirtschaftssystems, nach wie vor besonders ausgeprägt in den neuen Bundesländern, die ursprünglich dieses Wirtschaftssystem geradezu euphorisch begrüßt hatten“, lautet im Jahr 2007 der Befund von Professor Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach.

Neues Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft

Vor diesem Hintergrund haben die Chemie-Sozialpartner mit ihrem Wittenberg-Prozess eine bislang in Deutschland beispiellose Initiative gestartet. Erstmals suchen seit Juli 2007 Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach gemeinsamen Antworten, wie sich unter veränderten Bedingungen Maßstäbe für verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaften definieren lassen. Das Ziel: Die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft wieder zu erhöhen „und neues Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft und unsere Demokratie zu stiften“, wie es der damalige Vorsitzende der IG BCE Hubertus Schmoldt ausdrückte.

Erfolgsstory fortschreiben

Das Fundament zur Erneuerung und Vertiefung der Sozialpartnerschaft legten die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in der Martin-Luther-Stadt Wittenberg im August 2008. Die Grundlage ist die Vereinbarung „Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“ (Ethik-Kodex). Damit beginnt der sogenannte Wittenberg-Prozess. In fünf Workshops, die zwischen September 2007 und April 2008 in Wittenberg stattfanden, diskutierten die Sozialpartner die fünf Leitlinien und erarbeiteten dazu ausführliche Erläuterungen. An den Workshops nahmen jeweils 25 Vertreter der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite statt – vom Auszubildenden bis zum Vorstand. Der Wittenberg-Prozess wird von der gemeinsamen Überzeugung getragen, dass die zentralen Akteure im Wirtschaftsleben – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – selbst ein integrales Interesse daran haben, die Erfolgsstory „Soziale Marktwirtschaft“ fortzuschreiben.

Die fünf Leitlinien:

  1. Soziale Marktwirtschaft braucht nachhaltigen unternehmerischen Erfolg
  2. Nachhaltigkeit braucht eine vernünftige Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem
  3. Gute Arbeit braucht Respekt, Fairness, Vertrauen und Verantwortung
  4. Globalisierung braucht Fairness
  5. Nachhaltiger Erfolg braucht Qualifikation und Engagement

„Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“

Die Leitlinien (Ethik-Kodex) der Chemie-Sozialpartner – „Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“ – gibt es in einer Kurzversion und in einer längeren mit Erläuterungen.

Ethik-Kodex....
....Erläuterungen

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