Compliance oder Rechtskonformität

Das englische Wort „to comply“ heißt befolgen, erfüllen. Compliance will also Rechtsverstößen vorbeugen und Maßnahmen installieren, um sie zu entdecken und natürlich auch zu ahnden. Zu diesem Zweck werden in Unternehmen rechtliche Bestimmungen in eine Vielzahl spezifischer Normen (Weisungen) übersetzt und durch Compliance-Standards ergänzt.

Enormer Zuwachs an Bedeutung

Ursprünglich hat die Finanzbranche der USA diesen Begriff Ende der 80er-Jahre geprägt. Die Firmen verpflichteten sich, auf freiwilliger Basis ein Compliance-System einzurichten. Es sollte gewährleisten, dass sich alle Mitarbeiter an die rechtlichen Rahmenbedingungen halten. Das betraf vor allem Straftaten wie Geldwäsche, Korruption und Insiderhandel. Diese Selbstverpflichtungen hatten einen handfesten Grund: Bis dahin wurden Unternehmen in den USA wegen Rechtsverstößen zur Zahlung hoher Summen verurteilt. Die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen, war ein funktionierendes Compliance-System. Konnte ein Unternehmen bei etwaigen Vergehen nachweisen, dass es seinerseits den Mitarbeitern die wichtigsten Regelungen zugänglich gemacht und deren Einhaltung überwacht hatte, war ein milderes Strafmaß möglich. So sah es die Revision der „U. S. Federal Sentencing Guidelines“ aus dem Jahr 1991 vor.

Der Begriff der Compliance hat in den vergangenen Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs auch außerhalb der Bankenwelt erfahren. Der Grund: Immer mehr Finanzdienstleister haben Geschäftsbeziehungen mit den USA. So wurden entsprechende Regelwerke beispielsweise auch in Europa und von weiteren Branchen übernommen wie etwa von Energie-, Pharma- oder Chemieunternehmen.

Compliance als Teil der Organisationsstruktur

Der Begriff „Compliance“ wird häufig mit dem Begriff Rechtskonformität gleichgesetzt. Die Unternehmen müssen also mit eigenen geeigneten Regeln gewährleisten, dass sie in ihrem konkreten Geschäftsleben konform mit geltenden Gesetzen und anderen Normen agieren. Wie wichtig das Thema ist, zeigt sich daran, dass immer mehr Unternehmen Compliance in ihrer Organisationsstruktur verankern. Viele Firmen leisten sich einen Chief Compliance Officer (CCO).

Compliance beschränkt sich nicht allein darauf, dass alles rechtens ist (compliance with the law). Dieser so genannte legalistische Ansatz blendet aus, dass Integrität eine wichtige Dimension der Compliance ist. Denn: Was Rechtens ist, kann durchaus illegitim sein.

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