Budenheim: Digitale Fabrik begeistert die Beschäftigten

Modular, flexibel und digital – so wird das neue Produktionsgebäude bei der Chemischen Fabrik Budenheim KG (Budenheim) sein. Angst vor der Zukunft brauchen die über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am deutschen Standort gleichwohl nicht zu haben. Denn die neue Technik wird nicht nach der Big-Bang-Methode, also auf einen Schlag eingeführt. Sie kommt nach und nach. „Wir haben daher ausreichend Zeit die Beschäftigten vorzubereiten“, sagt Daniel Jost, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von Budenheim.

Wenn Dr. Heinz G. Zorn, Leiter der Produktion und Technik in Budenheim, vom „neuen Produktionsgebäude“ spricht, könnte man denken: Es kommt einfach ein weiteres zu den bereits vorhandenen hinzu. Tatsächlich jedoch wird der Neubau Stück für Stück die alten Gebäude auf dem weitläufigen Werksgelände verdrängen. Den Anfang machen Läger, die für das Produktionsgebäude abgerissen werden. Die Hallen seien schlicht und ergreifend in die Jahre und an ihre Grenzen der Kapazität gekommen. Schrittweise folgen dann Anlagen, die man nach und nach durch neue Technologien ersetzt. „In einem Zeitfenster von circa 30 Jahren werden sie schließlich komplett ausgewechselt sein“, sagt Zorn. So sieht es die „Werksleitplanung“ für die kommenden 50 Jahre vor.

Umdenken gefordert

Wie die Arbeit im neuen Produktionsgebäude sein wird, lässt sich mit zwei Sätzen beschreiben: Schwere körperliche Arbeit übernehmen Roboter. So wie schon heute in der Abfüllung und Verpackung. Und zweitens gibt es mehr digitale und mobile Technik, wie Tablets oder MDEs (mobile Datenerfassung). Für die Chemikanten bedeutet das: Sie arbeiten künftig kaum noch an den teil-, oder vollautomatisch laufenden Anlagen. Stattdessen steuern sie vor allem Prozesse. Das erfordert ein Umdenken, auch in puncto Ausbildung. Im neuen Produktionsgebäude sind mithin Prozesskenntnis und digitale Kompetenzen gefragt. Auch deshalb, weil sich die Abläufe rund um die Produktion ändern werden, etwa die Lieferkette, Planung und auch die Forschung und Entwicklung. Für Betriebsrat Daniel Jost zeichnet sich daher ab: „Den klassischen Chemikanten, wie wir ihn heute kennen, wird es in zehn Jahren nicht mehr geben." Auch die Instandhalter müssen umdenken und viel Neues lernen.

Vorausschauende Wartung

Künftig stehen sie sozusagen ständig im Dialog mit den Anlagen und den Prozessverantwortlichen. Wie in modernen Autos gibt es dann jede Menge Sensoren, die melden, wann Teile gewartet oder ersetzt werden müssen – auch bekannt unter dem Stichwort „Predictive Maintenance“ oder vorausschauende Wartung. „Wir wollen eine bessere Diagnostik und so ungeplante Stillstände vermeiden“, sagt Michael Schmitt, Leiter des Bereichs Systeme und Digitalisierung bei Budenheim.
Für Jost ist besonders wichtig: „Wir müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter früh mitnehmen und ihnen die Angst vor Neuem nehmen.“ Außerdem muss sich keiner um seinen Arbeitsplatz sorgen. Was das Trio Jost, Schmitt und Zorn ermutigt: „Die meisten Beschäftigten sind begeistert, dass wir Neues wagen“, sagt Produktions- und Technik-Leiter Heinz Zorn. Sie sähen in dem Neubau vor allem, dass sich ihre Arbeitsbedingungen verbessern und ihr Arbeitsplatz sicherer wird. Ein bisschen klingt es so, als hätten die Beschäftigten lange darauf gewartet: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Budenheimer Produktion nehmen den Wandel als Chance wahr und freuen sich, ihre Zukunft aktiv mitgestalten zu können.

Das Unternehmen:

Fotos: Budenheim

Die Chemische Fabrik Budenheim KG (Budenheim) ist ein global tätiges Spezialchemieunternehmen mit Produktionsstätten in Budenheim/Deutschland, Shanghai/China, Monterrey/Mexiko, Columbus/USA, La Zaida und Valencia/Spanien. Mit seinem innovativen Produkt- und Serviceportfolio bietet Budenheim nachhaltige Lösungen für ein breites Anwendungsfeld in verschiedenen Industrien. Insgesamt arbeiten bei Budenheim ca. 1000 Beschäftigte.

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