Infraserv Logistics: Mit Techniken vertraut machen

Die Infraserv Logistics GmbH (ISL) betreibt im Industriepark Höchst das Neue Logistik Center (NLC). Es ist mit 70.500 Palettenplätzen das größte vollautomatische Hochregallager für Gefahrstoffe in Hessen. Täglich werden im Durchschnitt ca. 1.500 Paletten im Wareneingang und 1.500 Paletten sowie etwa 80 Lkws im Warenausgang abgefertigt. Dennoch: „Nicht alle Einlager- und Auslagerprozesse haben sich grundlegend verändert“, sagt Marc Diehl, Leiter Human Resources (HR) Kompetenzcenter bei Infraserv.

Auch heute gibt es noch Staplerfahrer im Warenein- und -ausgang. Außerdem kontrollieren und steuern die Mitarbeiter im Leitstand über mehrere Bildschirme alle Prozesse. Im Lager selbst regieren zwar Maschinen und jede Menge Fördertechnik, die die Waren an den nächsten freien Platz im Lager dirigieren. Gleichwohl ist noch vieles per Hand zu erledigen, nur nutzen die Lagerbeschäftigten verstärkt elektronische Geräte.

Handscanner erleichtern die Arbeit

Bevor die Paletten ins Lager kommen, erhalten sie im Wareneingang ein elektronisch lesbares Etikett oder „Label“ mit einer Nummer. Diese Nummer gibt Auskunft über Material, Charge, Menge und Verpackung, was beim Wareneingang geprüft wird. Teilweise werden die Nummern auch bereits beim Kunden aufgebracht und die Daten werden im Vorfeld übertragen. Die Paletten können in diesem Fall ohne SAP-Buchung durch die Mitarbeiter eingelagert werden.
Die Daten gehen anschließend ans Logistiksystem. Dafür nutzen die Lagerarbeiter heute Handscanner statt, wie früher, handschriftlich ausgefüllte lange Listen. „Lästiger Papierkram fällt damit weg“, sagt Michael Seipel, Betriebsratsvorsitzender. Das freue auch die Mitarbeiter.

Natürlich wurden die Beschäftigten mit der neuen Technik vertraut gemacht. Seipel: „Die Techniken sind so angelegt, dass sie die Arbeit für die Staplerfahrer erleichtern.“ Zum Beispiel die Menüs der Bildschirme: Sie wurden so gestaltet, dass alle wichtigen Daten auf einen Blick ersichtlich sind. Die IT-Fachleute untersuchten gemeinsam mit den Kollegen vor Ort, wo es häufig zu Fehlern kommt und was die Fehler verursacht. So kamen auch die Handscanner ins Hochregallager: Sie vermeiden, dass Zahlen falsch abgetippt werden oder es zu Zahlendrehern kommt – etwa eine 72 statt der 27.

Staplerführerschein nach wie vor gefragt

Welche Kenntnisse benötigen also die Lagerarbeiter? Marc Diehl: „Auch heute noch brauchen sie den Staplerführerschein.“ Außerdem müssen sie wissen, wie die Lagertechnik-Software und -Hardware funktioniert und sie brauchen Grundkenntnisse in SAP. SAP ist die in Deutschland meistverbreitete Anwendung, um betriebswirtschaftliche und Lagerprozesse in Unternehmen zu steuern. Auf ihre neuen Aufgaben wurden die Lagerbeschäftigten gründlich vorbereitet, und zwar beim Bildungsdienstleister Provadis, einer weiteren Tochtergesellschaft von Infraserv Höchst.

Die fortschreitende Digitalisierung stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Betriebsratsvorsitzender Seipel: „Veränderungen rufen automatisch auch Ängste bei den Mitarbeitern hervor.“ Klar, dass die Kollegen sehr unterschiedlich reagieren: „Der eine ist technikbegeistert und freut sich auf etwas Neues, der andere tut sich mit Technik schwer und ist eher skeptisch.“ In Einzelgesprächen werden den Mitarbeitern die Vorteile und der Nutzen der Digitalisierung erläutert. Sobald die Beschäftigten mit der neuen Technik vertrauter sind, verlieren sich viele Ängste. „Wenn man den Dreh heraushat“, meint Diehl, „fällt es gar nicht mehr so schwer.“

Das Unternehmen:

Fotos: Infraserv

Die Infraserv Logistics GmbH (ISL), gegründet im Jahr 2000, erbringt als „Full-Service-Provider“ wertsteigernde Logistikleistungen für die chemische, pharmazeutische und prozessorientierte Industrie. Sie betreibt verschiedene Läger im Industriepark Höchst. Die ISL ist eine 100-prozentige Tochter von Infraserv Höchst, die den Industriepark und weitere Standorte betreibt. Beschäftigte: rund 470.

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