< Vorheriger Artikel
03.02.2011 09:49 Alter: 9 yrs

Gemeinsame Verantwortung

Was kann der Wittenberg-Prozess zur Verbesserung der guten Praxis in Unternehmen beitragen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des jüngsten Wittenberg-Workshops beim Medizintechnik-Unternehmen B. Braun in Melsungen. Antwort: Wittenberg ist keine neue Ethik, sondern als Belebung der sozialpartnerschaftlichen Tradition ein bestimmtes Modell der Corporate Governance.



 „Wie kann uns der Wittenberg-Prozess helfen, das besser zu machen, was wir bereits machen?“ Jürgen Sauerwald, Leiter Personal bei B. Braun in Melsungen, fasste damit die Erwartungen an den Wittenberg-Workshops im Januar bei B. Braun in Melsungen zusammen. An der Diskussionsrunde nahmen unter anderem Bernd Malkmes, Werkleiter Pharma, Hans-Dieter Fröhlich, Werkleiter Medical, der Arbeitswissenschaftler Uwe Ross, Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf, Leiterin Unternehmenskommunikation, der Betriebsratsvorsitzende Peter Hohmann sowie Jürgen Funk, Leiter Verbandskommunikation der Hessenchemie, teil.

Sauerwalds Frage ist berechtigt. Denn an guter Praxis ist in dem Medizintechnik-Unternehmen kein Mangel. Um nur einiges zu nennen: betriebliches Gesundheitsmanagement, geringe Fluktuation (unter 1 Prozent), Qualifizierungsmatrix, eine verbindliche Architekturrichtlinie, die die Zusammenarbeit mit lokalen Dienstleistern an den 50 internationalen Standorten regelt, und ein Standortsicherungsvertrag, ohne den etwa 800 der rund 5600 Beschäftigten in Melsungen ihre Arbeit verloren hätten.

Wie der Wittenberg-Prozess zwischen Corporate Social Responsibility, Corporate Governance, Codes of Conduct oder Nachhaltigkeitsgrundsätzen zu verorten ist, verdeutliche der Compliance-Experte Professor Josef Wieland vom Konstanz Institut für Wertemanagement (KIEM). Für Wieland ist Wittenberg ein „bestimmtes Modell der Corporate Governance, nämlich gemeinsam Verantwortung zu tragen“. Das Alleinstellungsmerkmal des Wittenberg-Prozesses sieht Wieland in der „Fortführung der sozialpartnerschaftlichen Tradition“.

Für den Konstanzer Professor ist der Wittenberg-Prozess daher eine „eigenständige Säule der Corporate Governance“. Damit ist auch die zum Teil Frage beantwortet, was Wittenberg in praktischer Hinsicht leisten kann. Wieland: „Wittenberg ist im Kern ein Führungssystem oder die sozialpartnerschaftliche Führung eines Unternehmens.“

 


preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader