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22.06.2011 11:47 Alter: 8 yrs

Leitbilder mittelständischer Unternehmenskultur

Wie lässt sich die betriebliche Sozialpartnerschaft in mittelständischen Unternehmen stärker verankern? Darüber diskutierten am Mittwoch, 8. Juni Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft beim CSSA-Workshop in Wiesbaden.



Wie lässt sich die betriebliche Sozialpartnerschaft in mittelständischen Unternehmen stärker verankern? Darüber diskutierten am Mittwoch, den 8. Juni 2011 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft beim CSSA-Workshop in Wiesbaden.

Die Grundlage der Diskussion bildeten drei wissenschaftliche Impulse zu den Themen „Sozialpartnerschaft und Corporate Commons“ (Michèle Morner, Professorin an der Universität Witten/Herdecke), mittelständische Unternehmensleitbilder und Sozialpartnerschaft (Dirk Matejovski, Professor am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf) und „Funktion der betrieblichen Sozialpartner in mittelständischen Unternehmen“ (Prof. Hermann Kotthoff, TU Darmstadt).

Öffentliche Güter in Unternehmen

Michèle Morner stellte dar, was kollektive Ressourcen     sind und wie diese einen Beitrag für den wirtschaftlichen  Erfolg eines Unternehmens leisten können. Sie verdeutlichte, dass öffentliche Güter wie Reputation eines Unternehmens, Qualität oder Teamarbeit spezielle Voraussetzungen bedürfen wie faire Prozesse im Unternehmen und Einbeziehen aller betrieblichen Akteure. Auf dieser Basis kann Sozialpartnerschaft nachweisbare Erfolge liefern – wie etwa die Vermeidung von Entlassungen im Fall der sozialpartnerschaftlichen Umsetzung der Kurzarbeit in der Wirtschaftskrise 2009.

Der ehrbare Kaufmann

Dirk Matejovski begann seinen Impulsvortrag mit dem Versuch, den Begriff „mittelständische Unternehmenskultur“ zu definieren. Dabei gab er eine kurze Analyse der medialen Reflexionen mittelständischer Unternehmenskultur. Ergebnis der Analyse war eine positive Darstellung dieser Kultur gemäß des Bilds des „ehrbaren Kaufmanns“ verbunden mit Werten wie Innovation, Tradition, Kreativität und Nachhaltigkeit.

Hermann Kotthoff ergänzte die Darstellungen um seine empirischen Befunde in KMU und entwickelte ein „Sozialmodell kleiner/mittlerer Betriebe“ in Abgrenzung zu Großkonzernen. Als wesentliche Merkmale nannte Kotthoff längerfristige Planungsperioden, eine Grundhaltung des „Produktivismus“ und die die stärkere Bedeutung von Führungspersönlichkeit – insbesondere die des Unternehmensgründers als Patriarch.

Die Teilnehmer diskutierten auf dieser Grundlage die Bedeutung der Sozialpartnerschaft für eine mittelständische Unternehmenskultur. Dabei wurde deutlich, dass Sozialpartnerschaft klare Regeln der Kooperation braucht.

Zum Begriff und zur Bedeutung der Kooperation für die Mitbestimmung:
Kooperation, Fairness, Vertrauen - Pfeiler einer neuen Wirtschaftsgesellschaft


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