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31.10.2011 17:54 Alter: 8 yrs

Wie Sozialpartnerschaft funktioniert

Manchmal glaubten sie, ihren Ohren nicht zu trauen. „Konstruktiver Streit statt Streiks“, „gemeinsame Lösungen“, „Kooperation statt Konfrontation“. Sechs südafrikanische Experten suchten jüngst bei der CSSA Anregungen, wie sich die Beziehungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Südafrika gestalten lassen.



Manchmal glaubten sie, ihren Ohren nicht zu trauen. „Konstruktiver Streit statt Streiks“, „Suche nach gemeinsamen Lösungen“, „Kooperation statt Konfrontation“. Sechs südafrikanische Experten suchten jüngst bei der CSSA Anregungen, wie sich die Beziehungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Südafrika gestalten lassen.

Konfrontationskurs

Das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in Südafrika ist aus hiesiger Sicht nicht gerade kooperativ, im Gegenteil es scheint eher konfrontativ: Eng mit den Parteien und der jeweiligen Regierung verbandelte Gewerkschaften, stark politisierte Arbeitnehmerorganisation, die sich mehr für die große Politik als für Kärrnerarbeit (Verbesserung der Arbeitsbedingungen und –zeiten sowie Tarifpolitik) interessieren. Und eine unübersehbare Zahl kleiner Unternehmen mit vielfach unqualifizierten und unorganisierten Beschäftigten. Vor diesem Hintergrund schienen ihnen die Ausführungen von Klaus West, CSSA-Geschäftsführer, zum Thema Sozialpartnerschaft einigermaßen fremd.

Da war von Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Rede, von Kooperation, Dialog, der Suche nach gemeinsamen Lösungen und Kultur der Sozialpartnerschaft. Davon scheint Südafrika weit entfernt. „Wie lässt sich die Abhängigkeit der Gewerkschaften von Parteien und Statt vermeiden“, wollte etwa Edwin Mashigo, Geschäftsführer der National African Federaded Chamber of Commerce and Industry (NAFCO), wissen. Widerspricht das Prinzip „ein Unternehmen, eine Gewerkschaft“ nicht dem Konzept des freien Wettbewerbs, fragte Peter Draper, Leiter „Trade Programme“ South African Institute of International Affairs (SAIIA). Und Professorin Marilise Smurthwaite, Leiterin des Bereichs Angewandte Ethik am St. Augustine College of South Africa, fragte, was die Chemiesozialpartner unter Fairness in einer globalisierten Wirtschaft verstehen.

Debatte über den künftigen Wirtschaftskurs

Die meisten Fragen konnten nicht erschöpfend behandelt werden. Dafür reichte die Zeit nicht und das umfangreiche Programm nicht. Die Delegation befand sich vom 23. bis 29. Oktober auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Deutschland. Hintergrund ist die angespannte wirtschaftliche Lage in Südafrika und die anhaltende Debatte über den künftigen Wirtschaftskurs des Landes.


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