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25.04.2012 17:54 Alter: 8 yrs

Für einen neuen Dialog mit der Gesellschaft

Für einen neuen Dialog mit der Gesellschaft hat sich Dr. Klaus Engel während der Bochumer Unternehmertage 2012 des westfälischen Arbeitgeberverbandes Chemie ausgesprochen. Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries, sprach in Marl über die „Chemie der Zukunft und die Zukunft der Chemie“.



Für einen neuen Dialog mit der Gesellschaft hat sich Dr. Klaus Engel während der Bochumer Unternehmertage 2012 des westfälischen Arbeitgeberverbandes Chemie ausgesprochen. Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries, sprach in Marl über die „Chemie der Zukunft und die Zukunft der Chemie“.

Engel betonte, dass die Chemie die Zukunft nur gewinnen könne, wenn sie die „Skepsis überwinde“. Skepsis und Technikfeindlichkeit seien ein ständiger Begleiter des technischen Fortschritts. Zwar habe die Chemieindustrie dank einer „konsequent nachhaltigen Unternehmensführung in den vergangenen 10 bis 15 Jahren wieder Vertrauen“ zurück gewonnen. Dennoch sehe sich auch die Chemie „Ressentiments, Ängsten und unsachlichen Angriffen“ ausgesetzt.

Engel beklagte das mangelnde Wissen „in Teilen der Bevölkerung und der Politik um den Zusammenhang zwischen Wohlstand und industrieller Produktion“. Dabei sei der „Wohlstand der Bürger in unserer modernen Industriegesellschaft eng mit den industriellen Kernen dieses Landes verknüpft“. Engel: „Die Zeit ist reif für einen neuen Dialog mit der Gesellschaft, damit die Chemie zwischen uns und der Gesellschaft in Zukunft wieder stimmt.“

Wichtiger Akteur des Fortschritts

Anknüpfungspunkte für diesen Dialog sieht der Evonik-Chef in der Tatsache, dass die „Medien die Old Economy unter der Überschrift Realwirtschaft neu entdeckt“ haben und sie nun gegen die „böse“ Finanzwirtschaft positionieren würden. Tatsächlich bringe „nur die Industrie den notwendigen materiellen und gesellschaftlichen Wohlstand unserer sozialen Marktwirtschaft hervor“. Darüber hinaus sei sie „der wichtigste Schrittmacher bei der ökologischen Modernisierung unserer Industriegesellschaft“, sagte Engel weiter.

Engel sieht in der Chemiebranche einen wichtigen Akteur des Fortschritts. Was Fortschritt ist, beantwortete er so: „Antworten auf die drängenden weltweiten Zukunftsfragen unserer Zeit zu finden.“ Diese Fragen zeigen sich auch in den Megatrends, die zugleich die Märkte der Zukunft beschreiben – nicht nur für die chemische Industrie. Dazu rechnete Engel „vor allem Ressourceneffizienz, Gesundheit und Ernährung sowie Mobilität. Die Chemie-Industrie liefere wichtige Schlüsselkomponenten für die weltweite Solarindustrie, für die Dünnschicht-Fotovoltaik, für Flachbildschirmen und Halbleiter.

Forschungsstandort Deutschland stärken

Und auch die Windkraft könne dank der Hochleistungswerkstoffe der chemischen Industrie selbst stärksten Winden und Stürmen standhalten. Für die Zukunftsfragen sieht Engel die „chemische Industrie gut gerüstet“. Der VCI-Präsident verwies unter anderem auf die Investitionen der Branche in Forschung und Entwicklung in Höhe von rund 8,8 Milliarden Euro. Nach dem Fahrzeugbau und der Elektrotechnik liege die Chemieindustrie damit auf dem dritten Platz, was die Forschungsausgaben betrifft. Engel appellierte daher an die „den Forschungsstandort Deutschland stärker zu fördern, damit unsere Industrie im internationalen Wettlauf bestehen kann.“

Innovative Old Economy

Zugleich verwahrte sich der Evonik-Chef davor, dass „der sogenannten Old Economy die Fähigkeit abgesprochen wird, neue, attraktive und auf dem Markt erfolgreiche Produkte zu entwickeln“. Engel zeigte sich zum Schluss seiner Rede davon überzeugt, dass es nur mit der „Industrie und ihrer Innovationskraft“ gelingt, Nachhaltigkeit im Leben der Menschen alltäglich, machbar, erschwinglich und erstrebenswert zu verankern“.

Die vollständige Rede: „Die Chemie der Zukunft – Zukunft der Chemie“


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