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24.01.2013 12:10 Alter: 7 yrs

Mehr Zeit für Bewegung

Schichtarbeiter haben sehr wohl das Interesse, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Die Unternehmen müssen sich jedoch Gedanken über das passende Angebot machen. Die Werner & Mertz GmbH hat daher das Programm „Bewegungszeit vor Ort“ ins Leben gerufen: Der Trainer kommt an den Arbeitsplatz.


Wer will, kann sich überall bewegen - auch im Pausenraum.


 

Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter haben sehr wohl das Interesse, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Die Unternehmen müssen sich jedoch Gedanken über das passende Angebot machen. Die Werner & Mertz GmbH hat daher das Programm „Bewegungszeit vor Ort“ ins Leben gerufen: Der Trainer kommt an den Arbeitsplatz.

 

 

Bewegung tut gut. Doch nicht alle können die Angebote nutzen. Die Produktionsarbeiterinnen und -arbeiter zählen dazu, denn sie sind stark an zeitliche Vorgaben gebunden. Deshalb kommen bei Werner & Mertz die Trainer – eine ehemalige Lehrbeauftragte für Gymnastik und Tanz sowie Sportstudenten der Universität Mainz – direkt an den Arbeitsplatz: in die Produktionshalle, die Verwaltung und in die Werkstatt. Keine lästigen Wege, kein Umziehen, es geht sofort los, auch in Arbeitskleidung. Geübt wird jeden Donnerstag von 9 Uhr an, jeweils 15 Minuten; alle Übungen sind allein leicht nachzumachen. Die Kosten trägt das Unternehmen. „Und wenn nötig werden auch mal die Maschinen abgestellt“, sagt Werksleiter Thomas Großer.

Echte Pionierarbeit

Stephanie Gabler, Leiterin Konzern Personalwesen: „Mit der Bewegungszeit haben wir echte Pionierarbeit geleistet.“ Hintergrund der Initiative: Der Krankenstand in der Produktion war sehr hoch. Vieles wurde unternommen, um die Gesundheit zu fördern: Fehlzeiten- und Rückkehrgespräche, Befragungen zur Verbesserung der Arbeitsplätze und -abläufe, ergonomische Arbeitsplatzuntersuchungen – und eben das Bewegungstraining. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Die Effekte auf den Krankenstand sind eindeutig positiv“, sagt Stephanie Gabler.

Niemand macht sich mehr lustig

Anfangs standen Tanzschritte auf dem Programm: Das gefiel den Frauen, aber nicht den Männern. Heute wird so geübt und gedehnt und gelockert und entspannt, wie es sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen. Denn das ist wichtig: Die Teilnehmer müssen sich dabei wohlfühlen. „Während die Teilnehmer anfangs belächelt wurden, macht sich heute niemand mehr lustig“, sagt Markus Stath, Produktionsplaner und Betriebsrat. Rund ein Fünftel der in der Produktion Beschäftigten machen mit, darunter allerdings mehr Frauen. Dabei soll es nicht bleiben. Ein Gesundheitskreis denkt intensiv darüber nach, wie er noch mehr Männer und besonders noch mehr Schichtarbeiter in Bewegung bringt.

Tipps für die Praxis:

  • Umsichtig die Trainingszeiten planen; dass beispielsweise Schichtarbeiter auch mitmachen können
  • Die Mitarbeiter vorher fragen, was sie sich wünschen, wo sie mitmachen wollen
  • Lockere Atmosphäre und Gemeinschaftsgefühl schaffen
  • Übungen möglichst rundum die Arbeitsplätze organisieren
  • Führung und Betriebsrat machen aktiv mit (Vorbildfunktion)
  • Möglichst viele Hürden beseitigen (Wege, Umziehen, Arbeitszeit)
  • Mit kleinen Schritten beginnen, damit möglichst viele mitmachen; einen Anstoß geben

Das Unternehmen:

Das 1867 gegründete Familienunternehmen Werner & Mertz GmbH in Mainz wird heute in vierter Generation geführt. Der Hersteller von Haushaltsreinigern (Frosch, Emsal) und Schuhpflegeprodukten (Erdal) beschäftigt in Europa rund 900 Mitarbeiter, davon 600 am Hauptsitz in Mainz.


Die Trainerin:

Die Sport- und Tanzpädagogin Dörte Wessel-Therhorn hat für Werner & Mertz das Konzept der Bewegungszeit erarbeitet. Ihr Konzept und ihre Erfahrungen schildert sie in einem Interview mit der CSSA: Auch Männern tut Bewegung gut.

 


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