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24.05.2013 12:32 Alter: 6 yrs

Große Zukunft

Es gibt nicht nur das Buch „Die Modernität der Industrie“. Birger P. Priddat und Klaus West befördern die neue Debatte über die Rolle und Bedeutung der Industrie mit einem Thesenpapier: Noch wird der Wert der Industrie unterschätzt. Dabei, so meinen die Autoren, hat die Industrie ihre Zukunft erst vor sich.



 

 

 

 

 

 



1. Erst heute zeigt sich, welche Chancen in der Industrie stecken

Die Industrie ist gefragter denn je. Gesellschaften und Menschen haben zunehmend Probleme, die sie selbst lösen müssen oder gelöst haben wollen; lokal, national und global. Sie erkennen mehr als in den letzten Jahrzehnten: Die Industrie kann für uns Problemlöserin sein. Deshalb ist die Industrie gefragter denn je: bei der Entwicklung einer neuen Mobilität (E-Mobilität); bei der Umstellung der Energieversorgung, hin zu einem System, das unabhängig von politischen Risiken und zugleich umweltverträglich und bezahlbar ist; bei der wirksamen und effektiven Behandlung von Krankheiten, beispielsweise mit Hilfe von Strahlentherapien, von Bio- und Medizintechniken, die alle die Chancen auf Linderung und Heilung erweitern und verbessern. 

Als in den Gesellschaften fast nur noch von der Wissens- und Dienstleistungs-Gesellschaft gesprochen wurde, sahen viele Menschen in der Industrie vor allem eine Problem-Produzentin; sie trugen meist ein veraltetes Bild rußender, die Natur zerstörender Fabriken in sich. Dass inzwischen das Gegenteil der Fall ist, rückt erst seit wenigen Jahren nach und nach in den Vordergrund: Die Industrie trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der Gesellschaft und zur ökologischen Modernisierung bei. Erst mit ihrer Hilfe wird beispielsweise die Vision einer nachhaltigen Entwicklung machbar. Denn Nachhaltigkeit setzt darauf, dass der technische Fortschritt neue Chancen und eine höhere Leistungsfähigkeit unabhängig von natürlichen Ressourcen möglich macht. Diese Vorstellung löst die einer „stationären Ökonomie mit minimiertem Ressourcen- und Materialumsatz und konstanten Produktionsfaktoren“ (Michael Hüther) ab. Außerdem: Vor dem Hintergrund der Finanzmarkt-Krise 2008/09 schätzen viele Bürger den Wert der Industrie neu. Denn sie ist es, die handfeste nützliche Gebrauchsgüter herstellt und zu Recht als Maßstab für wirtschaftliche Vernunft dient.

Die Industrie hat ihre Zukunft noch vor sich. Ihre Möglichkeiten zeigen sich erst jetzt, vergleichbar mit den Möglichkeiten der Schrift,  die nicht durch den Druck und das Buch, sondern erst durch Computer und Internet erkennbar werden. Die Modernität der Industrie  besteht in ihrem großen Potenzial, Beiträge zum Wohnen, zur Gesundheit, Kleidung, Mobilität und zur Schonung der Umwelt, gar zu deren Revitalisierung zu leisten. Die auf uns zukommenden großen Themen und Probleme: Klima, Ökologie, Energie, Wasser, Verkehr und Recycling sind nur mit großen industriellen Lösungen zu bewältigen. Die Industrie hat das Potenzial zu einer „vierten Industrie“ zu werden. Das heißt: Sie wird Werkzeug der Menschen sein, damit viel mehr als nur deren Dienstleisterin. Die Industrie der alten Industriegesellschaft verhält sich zur Industrie der Zukunft wie die Hallen füllenden Riesen-Computer der 60er- und 70er-Jahre zum Mikrochip. Es ist Aufgabe von Politik und Gesellschaft, diese neuen Möglichkeiten und Chancen zu debattieren, zu bewerten, dann eventuell zu begrenzen, aber vor allem auch zu fördern und sinnvoll zu nutzen. weiterlesen >


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