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25.07.2013 08:30 Alter: 6 yrs

Neue Perspektive für mehr Verständnis

Um die Sozialpartnerschaft noch weiter zu vertiefen, beteiligt sich die BASF am Wittenberg-Prozess. Ihn hat das Unternehmen nun in der Broschüre dokumentiert: „Neue Perspektive für mehr Verständnis.“



Die Interessen von Arbeitnehmern und Unternehmen in Einklang zu bringen, ist nicht immer eine einfache Sache. Das Chemieunternehmen BASF in Ludwigshafen setzt auf den sozialpartnerschaftlichen Dialog – zum Vorteil für beide Seiten. Diesen Wittenberg-Prozess hat das Unternehmen nun in der Broschüre dokumentiert: „Neue Perspektive für mehr Verständnis.“

„Das partnerschaftliche Miteinander von Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern ist elementar für langfristig erfolgreiches unternehmerisches Handeln“, sagt Dr. Wolfgang Hapke, Personalchef der BASF. Sozialpartnerschaft erkennt die unterschiedlichen Interessen an, versucht aber im Dialog zu tragfähigen Lösungen und Kompromissen zu kommen. Sie lassen sich leichter finden, wenn zuvor die Motive der jeweils anderen Seite verstanden wurden, in welchen Zwängen sich der Sozialpartner bewegt. Davon ist Robert Oswald, Vorsitzender des Betriebsrats der BASF SE überzeugt: „Es ist absolut spannend, eine Aufgabe einmal von der anderen Seite des Tisches aus zu lösen. Das steigert das gegenseitige Vertrauen und baut Barrieren ab. So lassen sich die besten Ergebnisse erzielen.“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

An positiven Beispielen ist kein Mangel, etwa die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür haben die Unternehmensleitung und der Betriebsrat mit Betriebsvereinbarungen die Grundlage für flexible Arbeitsmodelle an deutschen Standorten der BASF geschaffen: Wenn zum Beispiel die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei BASF Services Europe in Berlin an Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen arbeiten, werden ihnen die Kosten für die Betreuung ihrer Kinder erstattet. Und am Standort Ludwigshafen entscheidet eine paritätisch besetzte Kommission über die Vergabe der Plätze in der Kinderkrippe.

Anderes Beispiel: Im Jahr 2012 beschlossen die Unternehmensleitung und der Betriebsrat die Betriebsvereinbarung Familienpflegeteilzeit. Bei der BASF in Ludwigshafen können die Beschäftigten ihre Arbeitszeit mehrere Monate oder Jahre auf bis zu 15 Wochenstunden vermindern, um Angehörige zu pflegen. So können sie ihrer privaten Verantwortung nachkommen und gleichzeitig im Beruf zu bleiben.

Klare Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten

Schließlich: „mobiles Arbeiten“ am Standort Ludwigshafen. Auch dafür schlossen beide Seiten eine Betriebsvereinbarung ab. Sie schafft klare und transparente Rahmenbedingungen für das Arbeiten außerhalb des betrieblichen Arbeitsplatzes. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können bei Bedarf innerhalb ihrer regelmäßigen Arbeitszeit von zu Hause aus arbeiten, natürlich nach Absprache mit ihrem Vorgesetzten. An anderen deutschen Standorten gibt es entsprechende Regelungen. Wie die Sozialpartner bei BASF kooperieren, wie der Betriebsrat, die Beschäftigten und die Unternehmensleitung den Dialog organisieren und zu welchen sozialpartnerschaftlichen Lösungen er führt und geführt hat, beschreibt die Broschüre der CSSA: „Neue Perspektive für mehr Verständnis“.

Der Wittenberg-Prozess

Wer Wittenberg-Prozess ist eine breit angelegte Initiative der Chemiesozialpartner IG BCE und BAVC im Dialog und kooperativ bessere Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu finden. Dazu gehören alltägliche Probleme wie der Gesundheitsschutz der Beschäftigten, die Aus- und Weiterbildung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Vielfalt der Nationalitäten (Diversity) oder, als eines der Mega-Themen, der demografische Wandel in der Gesellschaft und seine Folgen für die Unternehmen (Lernen – ein Leben lang). So wie BASF haben auch andere Unternehmen den Dialog der Sozialpartner initiiert und dokumentiert. Dazu gehören der Medizintechnikhersteller B. Braun und der Reifenproduzent Michelin. 


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