< Vorheriger Artikel
24.07.2013 09:06 Alter: 6 yrs

Experten in eigener Sache

Betriebliche Gesundheitsprogramme entwickeln sich nicht immer zu Selbstläufern. Wer, wie die Chemion Logistik, die Beschäftigten als „Experten vor Ort“ mitnimmt, erhält tatkräftige Unterstützung – und wertvolle Anregungen.



Betriebliche Gesundheitsprogramme entwickeln sich nicht immer zu Selbstläufern. Wer, wie die Chemion Logistik, die Beschäftigten als „Experten vor Ort“ mitnimmt, erhält tatkräftige Unterstützung – und wertvolle Anregungen.

Die Chemion Logistik GmbH in Leverkusen deckt das gesamte Spektrum logistischer Services in der Chemie ab – da herrscht am Warenein- und -ausgangschalter reger Verkehr und die LKW-Fahrer müssen schon mal Schlangestehen. Für die Schaltermitarbeiter eine nicht immer ganz leichte Situation. Mit einem einfachen Mittel hat der Logistikdienstleister jetzt für mehr Ruhe am Schalter gesorgt: Er installierte einen Sichtschutz. So stehen die Schaltermitarbeiter nicht mehr unter ständiger Beobachtung der wartenden LKW-Fahrer und können ihre Arbeit konzentrierter und fehlerfreier erledigen. Das nützt auch den Kunden (Fahrern), die schneller bedient werden.

Gesundheit lässt sich nicht wie Pillen verordnen

Wolfgang Oertel

Der Sichtschutz ist ein Ergebnis des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bei Chemion. Kern des BGM ist ein einfacher Gedanke: Gesundheit lässt sich nicht verordnen, so wie Pillen gegen bestimmte Krankheiten. Aber es gibt gute Rezepte. Man muss nur die Arbeitsbedingungen verbessern. Wie das funktioniert, dafür haben Wolfgang Oertel, Betriebsratsvorsitzender der Chemion Logistik GmbH (Foto links), und sein BR-Kollege Thomas Vervoorts, ein einfaches Rezept: Man fragt am besten die „Experten vor Ort“, und das sind die Mitarbeiter selbst. Vervoorts ist Mitglied im Koordinatorenteam des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), dem außerdem Daniela Häuser (Personalwesen) und Matthias Winter (Sicherheit / Arbeitsschutz) angehören.

Chemion fragt die Mitarbeiter, wo es an ihren Arbeitsplätze Probleme gibt und wie sie verbessert werden können. Sogenannte Kompetenzteams suchen dann aktiv nach wirkungsvollen und machbaren Lösungen. Der Vorteil, so Oertel: „Aus Zielgruppen werden wertvolle Helfer im Gesundheitsmanagement.“ Praktisch lief es so. Chemion fragte mit sogenannten Impulsfragebögen nach Ressourcen und Belastungen in der Arbeit: Können Sie Ihre Arbeit selbständig planen? Wird ihre Arbeit wertgeschätzt?  Die Antworten wurden nach insgesamt elf Themenfeldern ausgewertet.

Hohe Beteiligung der Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter

Die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war hoch: Insgesamt 525 Impulsfragebogen wurden ausgefüllt. Wichtigste Erkenntnis: Lob, Mitsprache, ungestörtes Arbeiten sind wirkungsvolle Ansätze, um einen Großteil der Arbeitsbelastung abzubauen. Als Konsequenz bildete Chemion 23 Kompetenzteams, die Verbesserungsvorschläge zu den sieben dringlichsten Punkten erarbeiteten: Arbeitsqualität (Sichtschutz am Schalter), Klimaanlage, Ergonomie, Personalverteilung (Teilzeit und Spätschicht), Umgang mit Stress, Weiterbildung, Information, Bewegung/Ausgleich. Diese detaillierte Entscheidungsgrundlage überzeugte auch die Betriebsleitung: Erste Lösungen wurden direkt umgesetzt. „Solche gemeinsam erarbeiteten Lösungen“, meint Oertel, „sind nicht immer spektakulär, sie bringen den Mitarbeitern aber eine echte Erleichterung.“


preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader