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24.04.2014 12:49 Alter: 6 yrs

Im Grunde wirtschaftsfriedlich

Nicht nur die Ansprüche an Führungskräfte wachsen, auch moderne Betriebsräte müssen erkennen, dass „Beteiligungsorientierung, Mitbestimmung und die Einbeziehung kreativer Köpfe heute ein fast unabweisbares Erfordernis der modernen Welt sind“, sagt der Sozialwissenschaftler Jürgen Prott im Gespräch mit der CSSA.



Nicht nur die Ansprüche an Führungskräfte wachsen, auch moderne Betriebsräte müssen erkennen, dass „Beteiligungsorientierung, Mitbestimmung und die Einbeziehung kreativer Köpfe heute ein fast unabweisbares Erfordernis der modernen Welt sind“, sagt der Sozialwissenschaftler Jürgen Prott im Gespräch mit der CSSA.

Für Prott trägt die Tradition der Sozialpartnerschaft in der Chemieindustrie zu einem berechenbaren, zivilisatorisch untermauerten Konfliktmanagement bei. Prott: „Sozialpartnerschaft funktioniert im Alltag insgesamt verhältnismäßig klaglos.“ Zwar hänge die Erfolgsgeschichte der Sozialpartnerschaft in der Chemie-Industrie stark mit dem ökonomischen Erfolg dieser Branche zusammen. Andererseits könne dieser „Erfolg wiederum ganz wesentlich mit dem sozialpartnerschaftlichen Arrangement zusammenhängen“, betonte Prott. Es funktioniere in beide Richtungen.

Konfliktpartnerschaft als aufgeklärte Sozialpartnerschaft

Sozialpartnerschaft begreift der Hamburger Sozialwissenschaftler als Konfliktpartnerschaft. Prott definiert sie als „eine aufgeklärte Sozialpartnerschaft“. Das würde nach Meinung von Prott die Betriebsräte und Führungskräfte eines Unternehmens daran erinnern, „dass sie letztlich Agenten unterschiedlicher sozialer und wirtschaftlicher Interessen sind. Prott: „Zuviel persönliche Nähe ist einer effektiven Interessenvertretung eher abträglich.“ Dazu gehöre auch, dass es gelegentlich Konflikte und Meinungsverschiedenheiten gebe, etwa wenn Verteilungskämpfe anstehen. Konflikte seien „nichts pathologisches“, sondern Ausdruck der unterschiedlichen Interessen im Betrieb. Prott: „Und eine Sozialpartnerschaft, welche die strukturellen Interessenunterschiede als Normalfall in den Blick nimmt, nenne ich Konfliktpartnerschaft.“

Wirtschaftsfriedliche Grundhaltung

Um die Sozialpartnerschaft ist dem Soziologen nicht bange. In Deutschland habe eine wirtschaftsfriedliche Grundhaltung ein seit Jahrzehnten stabiles Fundament. Als wesentlicher Teil der sozialen Mentalität sei sie einer der Gründe, „warum sich die Deutschen mit der Idee der Sozialpartnerschaft generell anfreunden können.“ Das vollständige Interview lesen Sie: hier

 

 


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