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24.07.2014 12:00 Alter: 5 yrs

Für ein Verständnis der Kulturen

Menschen aus der Türkei, Italien und Polen stellen in deutschen Chemieunternehmen die größte Gruppe unter den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. Die Betriebe wollen ein Verständnis der Kulturen und ein Klima der Wertschätzung schaffen. Das zeigen Ergebnisse einer Befragung von BAVC, IG BCE und CSSA.



Menschen aus der Türkei, Italien und Polen stellen in deutschen Chemieunternehmen die größte Gruppe unter den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. Die Betriebe wollen ein Verständnis der Kulturen und ein Klima der Wertschätzung schaffen. Das zeigen Ergebnisse einer Befragung von BAVC, IG BCE und CSSA.

Anlässlich des 2. Diversity-Tags Anfang Juni betonte die BAVC-Präsidentin Margret Suckale: „Wenn unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten, entstehen innovative und kreative Lösungen. Deshalb lautet die Frage heute nicht mehr, ob Diversity-Management notwendig ist, sondern wie es gestaltet werden kann.“

Wie können Betriebe die Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur unterstützen? Was gibt es an guten Lösungen, wo sind noch offene Fragen? Das wollte die CSSA zusammen mit den Sozialpartnern in ihrer Fragebogenaktion von Personalleitern, Betriebsräten, Fach- und Führungskräften in Chemieunternehmen wissen. 63 Unternehmen haben aus ihrer Praxis erzählt – und die Fragen zu beantworten war gar nicht so einfach.

So auch die Frage nach dem Anteil der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Denn meist ist nur die Zahl der Mitarbeiter mit ausländischem Pass bekannt, aber nicht der kulturelle Hintergrund. Nach der Umfrage beträgt in etwa 60 Prozent der Betriebe der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund zwischen 5 und 10 Prozent. In 14 Prozent liegt der Anteil zwischen 20 und 40 Prozent, und in weiteren 14 Prozent sind es mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter. Die drei häufigsten Nationalitäten sind die Türkei (22 Prozent), Italien (11 Prozent) und Polen (10 Prozent).

Die bereits initiierten Angebote der Unternehmen sind vielfältig: An erster Stelle werden Sprachkurse genannt (32 Prozent), dann folgen Angebote zum informellen Austausch und Kennenlernen wie Netzwerke und Patenschaften (14 Prozent), Verantwortliche für Diversity (8 Prozent) sowie Qualifizierung (6 Prozent). Diversity als Managementstrategie nannten 5 Prozent. Allerdings: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen haben keine Angebote. Ulrike Rudolphi, Projektverantwortliche bei der CSSA, erklärt diesen hohen Anteil so: „Häufig bieten gerade die kleineren Unternehmen sehr wohl Unterstützung, fassen diese aber nicht unter dem Thema Diversity zusammen“. Das Ergebnis der CSSA-Befragung zeigt auch Handlungsbedarf. Was sind die größten Herausforderungen von interkulturellen Teams? 40 Prozent der Betriebe nennen die Zusammenarbeit und das Verständnis der verschiedenen Kulturen: die unterschiedlichen Kulturen zu kennen, zum Beispiel verschiedene Herangehensweisen, Kommunikationsstile oder Religionen und  ein Klima der Wertschätzung zu schaffen. Viele Betriebe wünschen sich dabei Unterstützung, um das Verständnis und die Interkulturelle Kompetenz zu verbessern.

Die Initiative: „Zusammenarbeit in interkulturellen Teams“

Die Fragebogenaktion ist in die Initiative der CSSA zur verbesserten „Zusammenarbeit in interkulturellen Teams“ eingebettet (siehe cssa-news 1/2014). Mehr über Vielfalt, Diversity und wie Unternehmen das interkulturelle Klima verbessern können, lesen Sie in einem Gespräch mit Ulrike Rudolphi >zum Interview.


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