< Vorheriger Artikel
23.04.2015 11:06 Alter: 5 yrs

Keine Betstunde für Fromme

Chemie gilt als schwierig. Wie „Chemie und Gesellschaft“ einander näher kommen können, diskutierte die Gesellschaft Deutscher Chemiker, das Deutsche Museum und die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften während einer zweitägigen Tagung Mitte April in München.



Chemie gilt unter den Schülerinnen und Schülern als schwierig, als eine Fremdsprache. Wie „Chemie und Gesellschaft“ einander näher kommen können, diskutierte die Gesellschaft Deutscher Chemiker, das Deutsche Museum und die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften während einer zweitägigen Tagung Mitte April in München.

Auf der Museumsinsel in München sitzt eine hochkarätige Community im Ehrensaal des Deutschen Museums zusammen, umgeben von Köpfen und Bildern berühmter Naturwissenschaftler. Die Atmosphäre ist ruhig und konzentriert, ab und zu dringen die Stimmen einiger Besuchergruppen herein, die sich durch die Ausstellung von Technik und Naturwissenschaften führen lassen.

Drei wissenschaftliche Schwergewichte, Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jürgen Mittelstraß, Universität Konstanz, und Wolfgang A. Hermann, Präsident der Technischen Universität München, diskutierten zugleich rück- und in die Zukunft blickend über die Initiative „Chemie und Geisteswissenschaften“, die vor 25 Jahren ins Leben gerufen wurde.

Moral oder Wissenschaft?

Anfang der 1990er Jahre war die Lage geprägt von undifferenziertem Umweltbewusstsein, Katastrophen und Vereinfachungen bzw. Dualismen. Seinerzeit stand die Wissenschaft erst am Anfang, die Folgen von Forschung und Entwicklung in den Erkenntnisprozess einzubeziehen. Heute sind Fortschritte unverkennbar, die Situation ist entspannter und gleichzeitig ganz anders.

Kritik an Wissenschaft und Technik ist heute stark moralisch aufgeladen, wie der Diskurs über Biologie und Life Science zeigt. Bei innovativen Produkten werden vor allem die Risiken herausgestellt und bewertet. Neue gesellschaftliche Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern finden in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit, und in den sozialen Medien sind viele Debatten weniger von Sachverstand als vom Gestus moralischer Empörung geprägt. Weiterlesen...


preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader preloader