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22.05.2015 12:31 Alter: 4 yrs

Innovationen jenseits von Technik

Die Leitmesse für die Prozessindustrie, die Achema (vom 15. bis 19. Juni in Frankfurt), nennt sich gern „Innovationsplattform und Technologie- gipfel“. Angela Jäger und Janis Diekmann erinnern daran, dass es in der Chemieindustrie „Innovationen jenseits von Technik“ gibt.


Die Verbreitung organisatorischer Konzepte in der Chemieindustrie.


Normalerweise stehen während der der ACHEMA (vom 15. Bis 19. Juni in Frankfurt am Main) das neueste an chemischer Technik auf dem Programm. Gern nennt sich die Leitmesse für die Prozessindustrie „Innovationsplattform und Technologiegipfel“. Da ist es gut, dass Angela Jäger und Janis Diekmann daran erinnern, dass es in der Chemieindustrie „Innovationen jenseits von Technik“ gibt.

In einem Beitrag für die Zeitschrift Chemie Anlagen Verfahren (CAV) stellen die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe, die wichtigsten Ergebnisse einer Studie über die Verbreitung nicht-technischer Innovationen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie vor. Die Studie „Innovationspotenziale der chemischen Industrie jenseits der Technik: Organisatorische Innovationen“ hatte die Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie in Auftrag gegeben.

Ein wichtiges Ergebnis: „Unternehmen können ihre Wettbewerbsposition nicht nur durch neue Produkte und effizientere Produktionsprozesse verbessern, sondern auch durch neue Dienstleistungsangebote und den Einsatz moderner Organisationskon- zepte“, schreibt das Autorenduo. Unter neuen Organisationskon- zepten verstehen die Autoren etwa die Nutzung vorbeugender Wartung, Verbesserung der Rüstzeiten, den Einsatz von Arbeitsgruppen zur Ideenentwicklung oder dem Qualitätsmanagement.

Die Analysen der Fraunhofer ISI hätten gezeigt, „dass die Innovationsstrategie der Chemiebranche sich keineswegs auf Forschung und Entwicklung für Produktinnovationen beschränkt.“ Zwar seien „technische Prozessinnovationen die Voraussetzung, um dauerhaft wettbewerbsfähig produzieren zu können“, doch auch „innovative Dienstleistungen werden zunehmend als wichtiger Wettbewerbsfaktor verfolgt“, heißt es weiter.

Während die Chemieunternehmen bei technischen Innovationen vielfach auf die eigene Kraft vertrauen, werden „organisatorische Innovationen häufig in Zusammenarbeit mit externen Partnern, Beratern oder Forschungseinrichtungen entwickelt“, schreibt das Autorenduo. 32 Prozent der Chemieunternehmen würden für neue Organisationskonzepte auf externe Impulse zurückgreifen, besonders auf Fachveranstaltungen.

Oft habe sich gezeigt, dass in einigen Unternehmen neue Organisationskonzepte nur unzureichend miteinander abgestimmt sind. Um das zu vermeiden, seien Ideen entwickelt worden, neue Organisationsmethoden in ganzheitlichen Produktionssystemen (GPS) zusammenzufassen. GPS lässt sich als vier ineinandergreifende Leitbilder – Standardisierung, formalisierte Fehlersuche, bereichsübergreifende, Veränderungsprojekte, Produktion im Kundentakt – der Organisation der Produktion auffassen. Die Untersuchung des ISI zeigt, dass drei dieser Leitgedanken, nämlich Standardisierung, formalisierte Fehlersuche und bereichsübergreifende Veränderungsprojekte in der Chemieindustrie sogar weiter als in der Automobilindustrie verbreitet sind. Dagegen liegt der Fahrzeugbau in puncto Produktion im Kundentakt klar in Führung.

Den Beitrag in der CAV finden Sie hier: download

Einen weiteren Beitrag über die ISI-Studie „Innovationspotenziale der chemischen Industrie jenseits der Technik: Organisatorische Innovationen“ sowie eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier. mehr…


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