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11.06.2015 10:15 Alter: 4 yrs

„Vielfalt ist eine unserer Stärken”

Was sind unsere Stärken? Mitarbeiter, Schichtführer, Meister und Betriebsleitung der Spezialamin-Fabrik – einem Produktionsbetrieb der BASF – nahmen sich für die Beantwortung dieser Frage in einem Workshop einen Tag Zeit.



Mitarbeiter, Meister, Schichtführer und Betriebsleitung der Spezialamin-Fabrik – einem Betrieb der BASF in Ludwigshafen – haben sich in einem Workshop einen Tag Zeit genommen für eine scheinbar einfache Frage: „Was sind unsere Stärken?“ So entstand ein Leitbild oder „Selbstverständnis“, wie es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nennen.

In vier Schichten produziert das Team der Spezialamin-Fabrik Amine – Stoffe, die zur der Herstellung  von Produkten für eine Vielzahl von Anwendungen,  zum Beispiel zur Körperpflege wie Shampoos, Duschgele oder Wundsalben gebraucht werden. In der Fabrik arbeiten seit vielen Jahren Menschen unterschiedlichster Herkunft – aus Deutschland, Polen, der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und anderen Ländern. Gemeinsam stellen sie insgesamt 50 verschiedene Amine in 13 verschiedenen Anlagen her. Da ist eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern sehr wichtig. Betriebsleiter Ulrich Köhler betont: „Wir wollen ein Arbeitsklima von gegenseitigem Respekt schaffen, in dem sich jeder wohl fühlt und sein Potenzial einbringt.“

Offene und ehrliche Kommunikation

Doch wie kann man einen solchen Dialog gestalten? Ein Ansprechpartner war Yusuf-Ziya Yüksel, Vertrauensmann auf der Schicht A. Er ist im Alter von fünf Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen und nimmt neben seiner Tätigkeit in der BASF eine ehrenamtliche Funktion als stellvertretender Vorsitzender im Landesverband der kommunalen Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz wahr. Eine offene und ehrliche Kommunikation ist für ihn ein entscheidender Erfolgsfaktor: „Integration gelingt nur dort, wo sie nicht extra thematisiert wird“, sagt Yüksel.

„Was schätze ich am meisten an meiner Arbeit?“

Worum es an diesem Tag gehen sollte, machte Betriebsleiter Köhler bildlich anhand eines Apfels klar: eine Seite war knackig und rot, die andere Hälfte zeigte eine braune Stelle – die Teilnehmer sollten zunächst auf die (rotwangigen) Stärken schauen, „die braunen Stellen haben wir sowieso häufig genug im Blick“, sagt Köhler.

„Was schätze ich am meisten an meiner Arbeit?“ „Was schätze ich an unserem Miteinander?“ Diese Fragen wurden zunächst in Kleingruppen bearbeitet, danach alle Ideen im Plenum zusammengestellt. So sind fünf Themenschwerpunkte entstanden, die zugleich die Überschriften des Selbstverständnisses sind: unsere Stärken, unser Betriebsklima, unsere Herausforderungen, Zusammenarbeit mit unseren Partnern und unser Auftreten. Eine wichtige Stärke dabei: Vielfalt.

Diversity fester Bestandteil der Unternehmenskultur

Das Thema Vielfalt (Diversity) ist bei dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF schon seit vielen Jahren verankert. Im Jahr 2008 entstand die Einheit „Diversity + Inclusion“, wo heute sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Leitung von Jutta Walldorf Strategien und Unterstützungsangebote entwickeln. Darüber hinaus wird das Thema in die Personalprozesse weiter integriert. Ein Beispiel sind die Rekrutierungs- und Auswahlprozesse bei der Einstellung von neuen Beschäftigten. Für Jutta Walldorf ist zentral: „Diversity + Inclusion soll in die tägliche Praxis mit einfließen und zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur werden.“

Regelmäßige Schichtinfos ersetzen den „Kummerkasten“ 

Seit diesem Jahr hängt in der Spezialamin-Fabrik ein Kalender mit internationalen Feiertagen – gestaltet von der Einheit Diversity + Inclusion. Auch Feste anderer Religionen wie der Ramadan sind gekennzeichnet. Der Prozess, der durch die Entwicklung des Selbstverständnisses angestoßen wurde, zeigt Erfolge „Die Mitarbeiter trauen sich mehr, ihnen wichtige Themen anzusprechen und ihre Ideen einzubringen“, so Ulrich Köhler. Dazu gehört auch der regelmäßige Austausch. Dafür wurde in der Spezialamin-Fabrik die „Schichtinfo“ eingeführt, bei der Schicht und Betriebsleitung im monatlichen Turnus Themen rund um die tägliche Arbeit besprechen. Seitdem ist ein anderes Kommunikationsmittel überflüssig geworden: der Kummerkasten.

 

BASF:
BASF ist das weltweit führende Chemieunternehmen. Das Produkt-Portfolio reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzenschutzmitteln bis hin zu Öl und Gas. Umsatz weltweit 2014:  über 74 Milliarden Euro, Mitarbeiter: 113.000, davon in Deutschland: 53.000.

Amine:
Die BASF verfügt mit etwa 300 verschiedenen Aminen über das weltweit vielfältigste Sortiment an diesen chemischen Zwischenprodukten. Neben Alkyl-, Alkanol-, Alkoxyalkylaminen bietet das Unternehmen auch heterozyklische und aromatische Amine sowie Spezialamine an. Dazu kommt ein wachsendes Portfolio an chiralen Aminen mit hoher optischer und chemischer Reinheit. Eingesetzt werden die vielseitigen Produkte vor allem zur Herstellung von Prozesschemikalien, Pharmazeutika und Pflanzenschutzmitteln sowie von kosmetischen Produkten und Reinigungsmitteln. Dazu kommt die Produktion von Lacken, Spezialkunststoffen, Verbundwerkstoffen sowie von Spezialfasern.


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