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22.04.2016 10:24 Alter: 4 yrs

Positiver Wettbewerbsfaktor

Mit der Sozialpartnerschaft lassen sich „tiefgreifende Wettbewerbsvorteile erzielen“. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe im Auftrag der CSSA erstellt hat.



Mit der Sozialpartnerschaft lassen sich „tiefgreifende Wettbewerbsvorteile erzielen“. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe im Auftrag der CSSA erstellt hat.

Das Ziel der Studie formulieren die ISI-Forscher so: Inwieweit ist die „sozialpartnerschaftliche Kooperation in Betrieben der Chemiebranche und angrenzenden Industrien ein Erfolgsfaktor für die Umsetzung und die erzielten wirtschaftlichen Effekte organisatorischer Neuerungen“? 

Organisatorische Innovationen stellen die Forscher wegen „ihres oftmals diffusen, komplexen und nicht immer greifbaren (intangiblen) Charakters“ vor einige Schwierigkeiten. Denn organisatorische Neuerungen setzen sich häufig aus vielen einzelnen Schritten zusammen. Hinzu kommt, dass sie einen anderen Lebenszyklus als technische (Produkt-)Innovationen haben und zwischen ihrer Einführung und den beobachtbaren Auswirkungen oft mehr Zeit verstreicht.  

Fünf Dimension der Sozialpartnerschaft

Die Wirkung sozialpartnerschaftlichen Verhaltens untersuchten die Forscher anhand der fünf Sozialpartnerschaft-Dimensionen: Betriebsklima, partizipatives Verhalten, Identifikation, Konfliktbewältigung, Kommunikation. Mehr als 500 Unternehmensvertreter aus verschiedenen Funktionsbereichen schrieben die ISI-Forscher per Online-Befragung an, „116 verwertbare Fragebögen“ erhielt sie zurück. Das entspricht einer Rücklaufquote von 21 Prozent. Das Ergebnis: Sozialpartnerschaftliche Kooperation in Unternehmen ist keine „schöne Nebensache“ („L´art pour l´art“), sondern ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung organisatorischer Neuerungen. Eine gute sozialpartnerschaftliche Praxis erfüllt nicht nur politische Erwartungen der Betriebsräte und Gewerkschaft („gleiche Augenhöhe“), sie hat auch positive ökonomische Effekte. Kurzum: Sozialpartnerschaft ist ein positiver Wettbewerbsfaktor.

Mehr als bloße Mitbestimmung

Der Projektleiter Professor Oliver Som zieht drei Schlussfolgerungen: Erstens zeigt die Studie, dass sozialpartnerschaftliche Kooperation in den Betrieben der chemischen Industrie und benachbarter Branchen alles in allem als zufriedenstellend betrachtet wird. Zweitens: Die wahrgenommene „Qualität“ der sozialpartnerschaftlichen Kooperation steht in einem positiven Zusammenhang mit der Durchführung betrieblicher Reorganisationen und drittens zur allgemeinen betrieblichen Leistungsfähigkeit. Sein Fazit: „Sozialpartnerschaftliche Kooperation geht insofern weit über die reine Mitbestimmung hinaus.“

Soziale Nachhaltigkeit in Unternehmen

Der BAVC und die IG BCE können die Studienergebnisse als Bestätigung werten: Sie haben mit Unterstützung der CSSA ein Promotoren-Konzept auf den Weg gebracht, das soziale Nachhaltigkeit in den Unternehmen verankern soll. Promotoren sind Förderer oder Manager eines Projekts. An der Universität Trier werden unter Leitung von Prof. Alfons Matheis in den nächsten 18 Monaten Nachhaltigkeitspromotoren ausgebildet. 16 Human Resource Manager (Personalverantwortliche) und Betriebsräte sollen in dieser Zeit ihr Wissen und ihre Handlungskompetenzen für Fragen sozialer Nachhaltigkeit in Betrieb und Unternehmen weiterentwickeln. Dabei spielen Themen wie Weiterbildung, Lernen, Gesundheit, Kooperation und Kommunikation eine große Rolle.

Im Tandem zum Kulturwandel

Und in Rheinland-Pfalz arbeiten der Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland der IG BCE und der Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz seit gut anderthalb Jahren an einem ähnlichen Thema. Landesbezirksleiter Francesco Grioli und Hauptgeschäftsführer Dr. Bernd Vogler haben sich engagiert, dass in 15 Unternehmen sogenannte „Demografie-Tandems“ gebildet wurden. Vertreter von Arbeitgebern und Betriebsräte arbeiten künftig gemeinsam daran, wichtige Fragen des demografischen Wandels wie Gesundheit am Arbeitsplatz und gute Führung praxisnah umzusetzen. 


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