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19.07.2018 13:29 Alter: 29 days

Den Weg bereiten

Bereits seit Beginn der Flüchtlingskrise zeigt Continental ein besonderes Engagement bei der nachhaltigen Integration von geflüchteten Menschen.


Check Badri Kone (Mitte) mit anderen Azubis bei Conti.


Bereits seit Beginn der Flüchtlingskrise  zeigt Continental ein besonderes Engagement bei der nachhaltigen Integration von geflüchteten Menschen. Im Jahr 2016 stellte das Unternehmen 50 Plätze für eine sogenannte Einstiegsqualifizierung zur Verfügung. In den darauffolgenden beiden Jahren wurden jeweils 25 weitere Plätze angeboten. Von den insgesamt 100 Plätzen konnten bereits 73 besetzt werden.

Check Badri Kone steht an einer meterhohen Schneidemaschine für Bezugsstoffe von Auto-Cockpits und malt konzentriert einen Kreis auf die Folie. Die Folie ist die Verkleidung für ein Armaturenbrett in einem Auto und mit dem weißen Kreis markiert er einen Fehler im Material der Folie. Check Badri Kone ist 22 Jahre alt, kommt aus Mali und ist einer von bundesweit 73 Flüchtlingen, die beim Technologiekonzern Continental eine Vorausbildung vor der eigentlichen Lehre begonnen haben. Die sogenannte Einstiegsqualifizierung dauert ungefähr sechs Monate und führt – bei einer für das erste Ausbildungsjahr üblichen Vergütung – zur nötigen Ausbildungsreife. Seit über einem Jahr absolviert der junge Afrikaner nun eine Ausbildung zum Verfahrenstechniker – und das mit großem Erfolg.  „Check hat ausgezeichnete mathematische Fähigkeiten und ein tiefgehendes technisches Verständnis“, sagt Daniel Traxel, Ausbilder bei Continental.

Dabei lief der Start der Initiative in 2016 nicht wie erwartet: Die 50 Plätze konnten nicht alle besetzt werden. Personalvorstand Ariane Reinhart ging fest davon aus, dass es bei den vielen Menschen, die neu nach Deutschland kamen, nicht so schwer sei, 50 Plätze für eine Einstiegsqualifizierung zu vergeben. Doch: „Das war eine völlig falsche Annahme." Das zentrale Problem: die Sprachkenntnisse. Bei fast allen Bewerbern reichten sie nicht aus, um sich mit den Kollegen an den Maschinen zu unterhalten. Deshalb entschied man sich, die Sprachkenntnisse auszuklammern und bot die Auswahltests in der jeweiligen Landessprache der Bewerber an. Check Badri Kone ist da eine Ausnahme: Bereits in Mali lernte er Deutsch in der Schule und beherrscht die Sprache mittlerweile fast akzentfrei.

Neben rund 700 Schulabgängern absolvieren derzeit 23 Geflüchtete eine Berufsausbildung beim Technologiekonzern. Laut Ausbildungsleiter Wolfgang Michel am Standort Babenhausen sind sie von Anfang an gut in der Belegschaft integriert. „Wir haben die Geflüchteten mit den anderen Auszubildenden zusammen an die Werkbank gestellt, damit der Kontakt direkt da war“, sagt er. Auch der Betriebsrat unterstützt die Initiative: „Vielfalt ist fester Bestandteil von Continental und Grundlage für kreative Lösungen und neue Perspektiven“, sagt Michael Deister, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats. Ariane Reinhart: „Beides brauchen wir, um zukunftsfähig zu bleiben.“


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