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08.09.2010 18:56 Alter: 9 yrs

Betriebliche Bildungsprozesse zielgerichtet gestalten

Das Handbuch vermittelt die wesentlichen Grundlagen zur Gestaltung von Bildungsthemen im Betrieb. Es kann ab sofort bei der CSSA bestellt werden.



Wer als Experte Fachwissen an Nicht-Fachleute vermitteln muss, wird damit keine inhaltlichen Probleme haben. Als schwieriger kann sich aber die erwachsenengerechte und lernförderliche Vermittlung dieser Inhalte in einem Seminar oder in einem Kurs darstellen. In Lehr-Lern-Situationen treffen die Vermittlungsabsichten des Lehrenden auf Lernende, die sich die Inhalte aneignen sollen, dabei jedoch mehr oder weniger gute Gründe haben, dieses auch wirklich zu tun – oder eben gerade nicht zu tun:

Die Lernenden müssen ihren eigenen Zugang zur Thematik finden, sie müssen die neuen Inhalte in Bezug zu ihrem Vorwissen setzen und sie müssen den zu lernenden Dingen eine persönliche Bedeutsamkeit beimessen. Folglich können Lernprozesse durch Lehren zwar angeregt, unterstützt oder auch gefördert, nicht jedoch vollständig beeinflusst oder gesteuert werden: Lernen und Lehren sind zwar miteinander verkoppelt, sie sind jedoch nicht aufeinander reduzierbar.

Professionelles Lehren beruht auf einem Verständnis von Lernen als einem durch die Lernenden selbst gesteuerten Prozess. Die Aufgabe von Lehre ist die Gestaltung von Lernumgebungen und die Anregung und Unterstützung von Lernprozessen – mit den Worten des Philosophen Ernst von Glasersfeld ausgedrückt:

„Man kann einen Esel zur Tränke führen, ihn aber nicht zum Trinken zwingen.“

Überlegungen zur Gestaltung von Bildungsprozessen müssen dies stets berücksichtigen; ein professionell Lehrender wird die Schaffung von Lernumgebungen als seine primäre Aufgabe verstehen, wobei Erwachsene nicht nur in Seminaren oder Kursen lernen, sondern auch direkt am Arbeitsplatz oder selbstgesteuert, in nicht-formalen Lernsituationen. So erfolgt auch das Lernen im betrieblichen Kontext (vgl. v. Rosenstiel/ Molt/Rüttinger 1995)

  • on-the-job, worunter Maßnahmen zu verstehen sind, bei denen eine Qualifizierung direkt im Prozess der Arbeitstätigkeit erfolgt; dies geschieht entweder durch ein Training-on-the-Job, bei dem die Qualifikationen unter Anleitung während der Arbeitstätigkeit am Arbeitsplatz vermittelt werden, oder durch qualifizierende Arbeitsgestaltung, bei der die Arbeit so gestaltet wird, dass die Beschäftigten in ihren kognitiven und sozialen Qualifikationen gefordert sind, sodass ihnen eine permanente Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung in der Arbeitstätigkeit ermöglicht wird;
  • near-the-job, also in Maßnahmen mit großer inhaltlicher, räumlicher und zeitlicher Nähe zu einer Arbeitstätigkeit;
  • off-the-job, worunter die klassische Fort- und Weiterbildung im Sinne selbständiger Bildungsmaßnahmen fällt.

Auf dieser Grundlage lassen sich dann Aussagen zu einer angemessenen didaktisch-methodischen Gestaltung seminarbasierter, arbeitsintegrierter oder selbstgesteuerter betrieblicher Lernprozesse machen. In den vorliegenden Materialien finden Sie Hintergrundinformationen und Gestaltungsvorschläge zu diesen Fragen:

  • Wie verlaufen Lernprozesse, und wie lernen Erwachsene?
  • Welche Lernumgebungen sind für die Gestaltung betrieblicher Bildungsprozesse zweckdienlich? Wie lassen sich Lernprozesse anregen?
  • Wie plant man eine Bildungsveranstaltung?
  • Was sollte man als Dozent beachten, wenn man Seminare durchführt? Wie sollen die Teilnehmer arbeiten? Welche Methoden und welche Medien kann man zur Unterrichtsgestaltung einsetzen?
  • Welche Formen des arbeitsintegrierten Lernens gibt es – und wie lassen sich diese gestalten?

Zusätzlich enthält diese Broschüre Hinweise zur Lernberatung sowie zur Moderation, insbesondere von arbeitsbezogenen Problemlösungsprozessen.

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