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08.09.2010 18:56 Alter: 9 yrs

VII. Wittenberg-Workshop zur Reform der globalen Finanzmärkte und einer nachhaltigen Industriepolitik

Unter dem Thema „Reform der globalen Finanzmärkte und nachhaltige Industriepolitik“ fand am 12. / 13. April 2010 in der Lutherstadt Wittenberg der VII. Workshop im Rahmen des Wittenberg-Prozesses der Chemie-Sozialpartner statt.



Am 12. / 13. April 2010 fand in der Lutherstadt Wittenberg der VII. Workshop im Rahmen des Wittenberg-Prozesses der Chemie-Sozialpartner Bundesarbeitgeberverband Chemie und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie statt.

Der Wittenberg-Prozess ist ein breit angelegtes Dialogforum der Chemie-Sozialpartner mit dem Ziel, verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft zu fördern. Zentrales Ergebnis ist ein bislang einmaliger Ethik-Kodex, der im Sommer 2008 in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler unterzeichnet wurde. Mit der Sozialpartner-Vereinbarung „Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“ gibt es damit erstmals für eine gesamte Branche gemeinsam formulierte ethische Grundsätze.

Zur Verstetigung des Wittenberg-Prozesses veranstalten die Chemie-Sozialpartner jährlich Workshops zu aktuellen Themen wirtschaftsethischen Handelns. Der diesjährige Workshop war dem Thema „Reform der globalen Finanzmärkte und nachhaltige Industriepolitik“ gewidmet.

Dr. Klaus-W. West, Geschäftsführer der CSSA, eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Andreas Suchanek, Vorstand des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, und Hans-Paul Frey, Hauptgeschäftsführer des BAVC, begrüßten die 70 Teilnehmer aus den Verbänden und Unternehmen der Chemischen Industrie. Anschließend stellten Dr. Thomas Student (IG BCE) und Hans-Günther Glass (BAVC) die Sicht der Sozialpartner im Hinblick auf die Finanzmarktkrise dar.

In seinem Impulsreferat legte Prof. Reinhard H. Schmidt, Lehrstuhl für internationales Bank- und Finanzwesen, an der Goethe Universität Frankfurt a.M., die Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise transparent und anschaulich dar. Im Anschluss fassten die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen ihre Erfahrungen im Rahmen der Finanzmarktkrise zusammen und diskutierten die Frage, welche Bedingungen in den Unternehmen der Finanzbranche zum Vertrauensverlust in die Finanzbranche beigetragen hat. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt.

Das Abendprogramm eröffnete Dr. Eggert Voscherau, Präsident des BAVC, der den Dinner-Speaker Friedrich Merz begrüßte. Merz stellte in seinem Beitrag seine politischen Analysen und Forderungen an die Politik in Form eines Sechs-Thesen-Programms vor.

Am zweiten Veranstaltungstag gab Dr. Manfred Jäger-Ambrozewicz, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Anregungen auf die Frage: „Was ist zu tun? Maßnahmen, Akteure, Hindernisse“ aus der Sicht der Finanzmarkt-Ökonomie. Seine Thesen wurden im Teilnehmerkreis angeregt diskutiert und dann von Vassiliadis und Voscherau im Rahmen ihrer Sozialpartner-Statements kommentiert. Dabei stellten sie den Bezug zwischen den Auswirkungen der Finanzmarktkrise und den Notwendigkeiten für eine nachhaltige Industriepolitik her.
In der zweiten Arbeitsgruppenphase erarbeiteten die Teilnehmer Thesen zu den Lehren aus der Krise und zu der Veantwortung der verschiedenen Akteure seitens des Finanzmarkts, der Sozialpartner und des Staates und stellten die Ergebnisse im Plenum vor.

Abschließend beendeten Dr. West und Prof. Suchanek eine gelungene Veranstaltung.

Redebeitrag von Michael Vassiliadis
Redebeitrag von Dr. Eggert Voscherau

 


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