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14.10.2010 10:14 Alter: 9 yrs

„Wirksame Klimapolitik geht nur mit der chemischen Industrie“

Wittenberg-Prozess in Nordrhein 1: "Nachhaltigkeit bedeutet für uns, eine Basis dafür zu schaffen, dass in der chemischen Industrie in NRW auch in Zukunft wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen". Friedrich Überacker, Geschäftsführer Landesausschuss der Arbeitgeberverbände der Chemischen Industrie von NRW e.V., über Transparenz bei Großprojekten und ökologisches Umsteuern in der Industriepolitik.


Friedrich Überacker, Geschäftsführer Landesausschuss der Arbeitgeberver- bände der Chemischen Industrie von NRW e.V


Wittenberg-Prozess in Nordrhein 1: "Nachhaltigkeit bedeutet für uns, eine Basis dafür zu schaffen, dass in der chemischen Industrie in NRW auch in Zukunft wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen". Friedrich Überacker, Geschäftsführer Landesausschuss der Arbeitgeberverbände der Chemischen Industrie von NRW e.V., über Transparenz bei Großprojekten und ökologisches Umsteuern in der Industriepolitik.

Herr Überacker, warum ist Transparenz etwa bei Großprojekten aller Art heute wichtiger als früher?

In der Vergangenheit war – aus welchen Gründen auch immer - das Vertrauen in die Politik und Wirtschaft größer. Heute wird alles hinterfragt, unabhängig davon, wie rechtmäßig ein Genehmigungsverfahren gelaufen ist. Für uns heißt das, dass wir an einer positiveren Grundstimmung in der Bevölkerung und in den Medien arbeiten müssen. Bei dem Thema Innovation müssen mehr die Chancen und nicht immer nur die Risiken gesehen werden. Dazu gehört auch, dass wir der Bevölkerung die Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort NRW deutlich machen müssen, wenn Innovationen nicht umgesetzt werden.

Die Koalition in NRW will in der Wirtschafts- und Industriepolitik ökologisch umsteuern. Wie klingt das in Ihren Ohren?

In der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr ist noch einmal sehr deutlich geworden, dass die Industrie die Grundlage für Wirtschaftskraft in NRW und damit auch für unseren Wohlstand ist. Jedes „Umsteuern“ in diesem Bereich darf das nicht außer Acht lassen. Ein „Umsteuern“ darf nicht mit weiteren Kostenbelastungen für die Unternehmen und damit mit einer Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit verbunden sein.

Klar ist aber auch, dass die chemische Industrie bei der Verbindung von Ökonomie und Ökologie eine entscheidende Rolle spielt. Eine wirksame Klimapolitik ist z. B. ohne die Produkte und Verfahren der chemischen Industrie nicht machbar.

Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet für uns, eine Basis dafür zu schaffen, dass in der chemischen Industrie in NRW auch in Zukunft wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und wir der Jugend weiterhin eine Perspektive mit zahlreichen spannenden Ausbildungsberufen bieten können.

Was tun die Chemie-Sozialpartner in Sachen Nachhaltigkeit?

Wir versuchen gemeinsam mit der IG BCE, flexible Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung zu schaffen. Vorrangige Regelungsziele sind ein möglichst hohes Beschäftigungsniveau in der Chemie in NRW und die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieunternehmen - ganz im Sinne der Zielsetzung der europäischen Union, ein Höchstmaß an „Flexicurity“ herzustellen.

 

 


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