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14.10.2010 10:32 Alter: 9 yrs

„Wir müssen mit älteren Belegschaften innovativ bleiben“

Wittenberg-Prozess in Nordrhein 2: "Ökologie kann durchaus ein Treiber für Innovationen sein, sie muss aber auch mit den sozialen Anforderungen im Einklang stehen." Was Nachhaltigkeit und Akzeptanz für die chemische Industrie heißen, verdeutlicht Reiner Hoffmann, Landesbezirksleiter der IG BCE, in einem Interview.


Reiner Hoffmann, Landesbezirksleiter der IG BCE Nordrhein


Wittenberg-Prozess in Nordrhein 2: "Ökologie kann durchaus ein Treiber für Innovationen sein, sie muss aber auch mit den sozialen Anforderungen im Einklang stehen." Was Nachhaltigkeit und Akzeptanz für die chemische Industrie heißen, verdeutlicht Reiner Hoffmann, Landesbezirksleiter der IG BCE, in einem Interview.

 

 

 

Herr Hoffmann, ist die Zukunft der Wirtschaft wirklich ökologisch, wie es im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung heißt?

Sie ist ökologisch, sie muss aber auch sozial, und sie muss wettbewerbsfähig sein. Für uns steht Nachhaltigkeit daher auf den drei Säulen: Ökologie, Soziales und Wirtschaftlichkeit. Zugeben, das ist keine einfache Balance, und Zielkonflikte lassen sich nicht immer vermeiden. Aber wenn alle Beteiligten zu einer rationalen Lösung bereit sind, ist das ein erfolgsversprechender Weg. Wie gut er sein kann, haben wir mit unserer Sozialpartnerschaft in der chemischen Industrie gezeigt.

Wie kann eine geglückte Balance aus Ökologie, Sozialem und Ökonomie aussehen?

Man darf sich nicht nur auf ökologische Ziele konzentrieren, man muss auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen im Blick haben. Dann kann das durchaus eine Synthese ergeben. Was die soziale Dimension betrifft, müssen wir uns fragen: Was brauchen wir an Qualifizierung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und wie können wir in Bildung und Weiterqualifizierung der Menschen investieren. Bildung ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch ein wichtiger Aspekt von Innovationsprozessen. Anders gesagt: Wir müssen künftig auch mit älteren Belegschaften innovativ bleiben.

Gegen eine „ökologische industrielle Revolution“, die neue Arbeitsplätze und mehr Wettbewerbsfähigkeit schafft, hätte die IG BCE sicher nichts?

Natürlich nicht, Ökologie kann durchaus ein Treiber für Innovationen sein. In der Vergangenheit war die deutsche Industrie mit ihren Problemlösungen und Innovationen in Sachen Umwelttechnologie klar führend, hat Standards auf dem Weltmarkt gesetzt, ihre Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und sich neue Märkte erschlossen. Insofern ist das ein richtiger Akzent. Aber alle Ökologie muss aber auch mit den sozialen Anforderungen im Einklang stehen.

NRW soll zum Vorreiter „in Sachen Windenergie“ werden. Macht die Koalition nur viel Wind oder ist das eine echte Perspektive für die chemische Industrie?

In der Chemiebranche gibt es viele sehr energieintensive Betriebe. Und die brauchen Energiesicherheit zu bezahlbaren Preisen. Wir unterstützen die sehr anspruchsvollen Ziele der Koalitionsregierung, wir dürfen aber auch nicht die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen aus dem Blick verlieren. Für die Grundlastversorgung unserer Industrien brauchen wir auch künftig moderne Kohlekraftwerke, die bessere Wirkungsgrade und geringer CO2 Emissionen haben. Es ist dem Klimaschutz nicht gedient, wenn wir Energie aus dem Ausland beziehen, die deutlich geringere Umweltstandards haben.  Deshalb plädieren wir für einen Energiemix mit einem deutlichen Akzent auf heimische Energieträger, also Kohle. 

 



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